64 Prozent der Deutschen zahlen kontaktlos

10.08.2021

Die Girocard bestätigt ihre Position als führendes bargeldloses Bezahlverfahren. Die Debitkarte der Deutschen Kreditwirtschaft verzeichnet im vom Lockdown geprägten ersten Halbjahr 2021 erneut ein Plus bei Transaktions- und Umsatzzahlen.

Die Anzahl der Bezahlvorgänge stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent auf 2,71 Milliarden (1. Halbjahr 2020: 2,59 Milliarden). Dies teilte die Euro Kartensysteme GmbH (EKS) heute mit. Der Umsatz in den ersten sechs Monaten betrug 114 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg um zwei Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 (112 Milliarden Euro).

Dieser positiven Entwicklung liege eine außergewöhnliche Situation zugrunde: Der deutlich härtere Lockdown im ersten Halbjahr 2021 habe weite Teile der Wirtschaft, insbesondere den stationären Handel und die Gastronomie stärker ausgebremst, als dies noch im ersten Halbjahr 2020 der Fall gewesen sei. Diese durch die Pandemie veränderten Rahmenbedingungen haben laut EKS auch die Halbjahreszahlen der Girocard beeinflusst. 

Wie selbstverständlich die Girocard allerdings inzwischen zum Alltag der Verbraucher gehöre und wie gerne sie gerade in der Pandemie-Zeit verwendet worden sei, zeige sich nicht zuletzt daran, dass sich trotz dieser herausfordernden Situation mit weniger Einsatzmöglichkeiten der Trend zur Girocard erneut bestätigt habe.210810_girocard_pressegrafik_halbjahreszahlen_2021

© EURO Kartensysteme GmbH

Kontaktlos boomt - unabhängig vom Betrag
Als Katalysator brachte die Pandemie vor allem einen weiteren deutlichen Schub für die besonders schnelle und hygienische kontaktlose Zahlung - mit herkömmlicher physischer oder digitaler Karte im Smartphone. Über das gesamte erste Halbjahr 2021 waren rund zwei Drittel (64 Prozent) aller Girocard-Zahlungen kontaktlos (1. Halbjahr 2020: 46 Prozent).

Der über alle Zahlungen hinweg insgesamt weiter leicht sinkende Durchschnittsbon von 42,07 Euro weise darauf hin, dass das Bezahlen mit der Girocard im Alltag als absolut "normal" gelernt ist - unabhängig vom Betrag. Gleichzeitig steigt der kontaktlose Durchschnittsbon auf 36,81 Euro. Ein Zeichen dafür, dass das kontaktlose Bezahlen mit der Girocard bei jeder Betragshöhe gern genutzt werde. 

Darauf zahlt laut Euro Kartensysteme auch die digitale Girocard ein, die insbesondere bei der technikaffinen Bevölkerung immer beliebter wird. Insgesamt haben die Banken und Sparkassen bereits über vier Millionen digitale Girocards an ihre Kunden ausgegeben - Tendenz steigend: Die Zahl neu ausgestellter digitaler Karten liege monatlich derzeit im sechsstelligen Bereich. Auch hier könne die Pandemie als Katalysator betrachtet werden.

Große Verfügbarkeit an Bezahlmöglichkeiten
Ursächlich für die sehr starke Girocard-Entwicklung über die vergangenen Jahre sei neben dem Nutzungsverhalten der Kunden auch die große Verfügbarkeit im Handel. Entsprechend der Lockdown-Situation in Deutschland konnten laut EKS zwar über eine längere Zeit deutlich weniger Terminals genutzt werden, als mittlerweile in der Fläche installiert sind. 

Seitdem die Lockerungen jedoch Ende des zweiten Quartals dem Handel weitgehend einen normalen Betrieb ermöglichten, würden die Kunden verstärkt Einkaufsangebote wahrnehmen. Davon profitiere auch die Girocard: So habe es zum Ende des ersten Halbjahres sogar rund 922.000 aktive Terminals monatlich gegeben - ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 (bis zu 863.000 aktive Terminals monatlich).