Apple Pay und Girocard: "Der große Coup der Sparkassen"

17.07.2020

Die Nachricht, dass die Sparkassen ab dem Spätsommer die Girocard für Apple Pay anbieten, erzielte eine hohe Medienresonanz. Schon einen Tag danach gab es rund 1000 Beiträge auf News-Seiten, Zeitungs-Portalen oder Social-Media-Kanälen mit einer potenziellen Reichweite von 1,4 Milliarden Lesern. Die Reaktionen waren überwiegend positiv.

Mit ihren Schlagzeilen „Sparkassen gehen mit Apple Pay neue Wege“ und „Neuerung bei Sparkasse: Apple Pay mit Girocard möglich“ brachten die Fernsehsender ntv und Pro Sieben auf den Punkt, dass die Sparkassen als Erste eine echte Produkt-Novität für digitales Bezahlen in den deutschen Markt bringen werden. 

Während am Mittwoch unmittelbar nach Veröffentlichung der dpa-Meldung besonders viele Tweets abgesetzt wurden, brachten im weiteren Tagesverlauf zunehmend redaktionelle Medien und News-Portale weitere Artikel dazu. Zudem fand eine starke Verbreitung in Foren statt. Die Beiträge mit dem höchsten Engagement wurden von den zentralen Sparkassen-Kanälen veröffentlicht, ergab eine Medien-Analyse des Sparkassen-Finanzportals.

Selbst renommierte Fachmedien, die die Payment-Aktivitäten der Sparkassen-Finanzgruppe durchaus auch mit kritischer Berichterstattung begleiten, würdigen die Durchschlagskraft der Sparkassen bei der Einführung innovativer digitaler Bezahlverfahren. 

„Diese Girocard-Integration war ein Kraftakt, den wahrscheinlich so keine andere Bank in Deutschland hätte stemmen können“, kommentierte Payment-Experte Rudolf Linsenbarth gestern im IT-Finanzmagazin .

Nachdem manche Medien die Sparkassen in der Vergangenheit auch schon kritisiert hatten, dass sie sich Apple Pay aufgrund der NFC-Schnittstellen-Thematik verweigern oder die Einführung zu langsam angehen würden, wird jetzt anerkannt, dass die Sparkassen-Finanzgruppe offenbar den strategisch richtigen Weg eingeschlagen hat:

„Apple Pay via Girocard – das ist ein großes Ding. Technisch. Aber auch strategisch. Ein potenzieller Gamechanger“, schreibt Autor Hendrik Dahlhoff im einflussreichen Banking-Newsletter „finanzszene.de“ vom 16. Juli. 

Weiter heißt es dort: „Wenn Apple Pay in Deutschland ein Erfolg werden soll – dann kommt man an den 45 Millionen Girocards von Sparkassen-Kunden nicht vorbei.“

Beim Thema Apple Pay wird den Sparkassen nun die Rolle des Innovationsführers zugesprochen:

„Sollte Apple Pay via Girocard bei den Sparkassen zum Erfolg werden – dann wird der Druck auf andere Banken steigen, ihren Kunden dasselbe anzubieten“, schreibt Dahlhoff. „Den Sparkassen dürfte das recht sein: Man ist First Mover, hat ein bisschen Exklusivität – und ziehen andere nach, festigt das zudem die Rolle der Girocard.“

Mit Blick auf weitere kommende Payment-Aktivitäten der Sparkassen-Finanzgruppe, vor allem auch im Umfeld der Projekte #DK und European Payments Initiative (EPI), kommt Rudolf Linsenbarth zu dem Schluss:

„Egal wie, die Sparkassen sind derzeit im Payment sehr breit aufgestellt und können nun in aller Ruhe abwarten, in welche Richtung die Reise geht!“

Eine weitere hohe Verbreitung des Themas in Print- und Online-Medien wird in den Folgetagen erwartet.