Bargeldlose Zahlungen weltweit auf Höchststand

08.10.2020

Covid-19 hat das Innovationstempo im Zahlungsverkehr weltweit beschleunigt. Laut dem aktuellen "World Payments Report" stiegen bargeldlose Zahlungen von 2018 bis 2019 um 14 Prozent auf 708,5 Milliarden Transaktionen. Das ist die höchste Wachstumsrate der letzten zehn Jahre.

Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen. Die Studie des Beratungsunternehmens Capgemini geht davon aus, dass von 2019 bis 2023 die Anzahl der bargeldlosen Transaktionen global durchschnittlich um zwölf Prozent wachsen wird. Das Tempo werde jedoch durch die zunehmende Abhängigkeit bargeldloser Transaktionen von einer gleichzeitig gedämpften Weltwirtschaftsentwicklung bestimmt.

Der asiatisch-pazifische Raum habe Europa und Nordamerika mit seiner Wachstumsrate von 24,7 Prozent übertroffen und sei 2019 die Region mit den meisten bargeldlosen Transaktionen (243,6 Milliarden) gewesen. Der Anstieg ist laut dem Report auf die zunehmende Nutzung von Smartphones, den boomenden E-Commerce, die Einführung der digitalen Geldbörse (sogenannte Wallets) und Innovationen im Bereich Mobile-/QR-Code-Zahlungen zurückzuführen. Führend seien hier China, Indien und andere asiatische Märkte in Südostasien mit insgesamt 31,1 Prozent Wachstum.

Bargeldlose Zahlungen Weltweit - World Payments Report 2020

© Capgemini

Kontaktloses und mobiles Bezahlen boomen international
Kunden würden überall auf der Welt zunehmend auf Bargeld verzichten, während die Affinität zu digitalen Zahlungen steige. Internet-Banking und direkte Kontoüberweisungen waren laut Capgemini und sind noch immer die bevorzugten Zahlungsmethoden während der globalen Pandemie. Dies gaben 68 Prozent der Teilnehmer der Verbraucherumfrage an. An zweiter Stelle stehe die kontaktlose Kartenzahlung, die 64 Prozent der Befragten häufig nutzen würden. Digitale Geldbörsen (einschließlich QR-basierter Zahlungen) seien die bevorzugte Wahl von 48 Prozent gewesen.

Alternative Zahlverfahren wie zum Beispiel Mobile Payments könnten den Boom des bargeldlosen Zahlens weiter vorantreiben, da sich die Verbraucher mehr Geschwindigkeit, Bequemlichkeit und ein besseres Kundenerlebnis wünschten. Für den Einsatz digitaler Geldbörsen werde ein Anstieg von 2,3 Milliarden Nutzern im Jahr 2019 auf vier Milliarden im Jahr 2024 erwartet – dies entspreche dann rund 50 Prozent der Weltbevölkerung. 

Unsichtbare Zahlungen oder automatisierte Zahlungsprozesse, wie sie zum Beispiel in den Geschäften von Amazon Go und Uber zu finden seien, würden voraussichtlich zwischen 2017 und 2022 eine durchschnittliche Wachstumsrate von 51 Prozent erreichen.

Neue Marktteilnehmer können laut der Studie schnell an Beliebtheit gewinnen. Denn die Ergebnisse zeigen, dass 30 Prozent der Verbraucher ein Bigtech für  Zahlungsdienste verwenden und 50 Prozent bereits eine Challenger-Bank für einige Zahlungen nutzen würden. Darüber hinaus hätten im April 2020 mehr als 38 Prozent der befragten Verbraucher angegeben, während des Corona-Lockdowns einen neuen Zahlungsanbieter entdeckt zu haben.

Der diesjährige World Payments Report bietet Einblicke in 44 Zahlungsverkehrsmärkte in verschiedenen geografischen Regionen. Für die weltweite Makrosicht wurden sechs Regionen definiert: Europa, Nordamerika, entwickelter asiatisch-pazifischer Raum, aufstrebender asiatischer Raum, Lateinamerika und Mittlerer Osten, Afrika (MEA), gruppiert nach Kriterien der Geografie, der Entwicklung der Wirtschaft sowie des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.