Bezahlen à la Carte

15.07.2021

Bargeldloses Bezahlen gewinnt auch in der Gastronomie weiter an Bedeutung. Die Gäste erwarten nunmehr eine Auswahl unterschiedlicher Bezahlmethoden - auch bei Kleinstbeträgen.

Das zeigen die Ergebnisse der Studie „eat.pay.love“ im Auftrag von Mastercard und orderbird. Demzufolge nehme inzwischen die Mehrheit der Gastrobetriebe (88,3 Prozent) bargeldlose Zahlungen entgegen. Im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2019 entspreche das einer Steigerung um 3,7 Prozentpunkte. Bei rund 14 Prozent der Gastronomen und Gastronominnen würden bargeldlose Bezahlverfahren erst seit der Corona-Pandemie zum Einsatz kommen.

Die Möglichkeit bargeldlos zu bezahlen, ist für viele Gäste ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl einer Gastwirtschaft: 9 von 10 der befragten Kund:innen (91 Prozent) seien der Ansicht, dass die Akzeptanz von Kartenzahlungen in der Gastronomie als Serviceleistung dazugehören sollte. Mehr als ein Drittel habe sich schon einmal gegen einen Gastronomie-Betrieb entschieden, weil das Bezahlen mit Karte nicht angeboten wurde – bei den 18- bis 39-Jährigen sei es sogar mehr als jede:r Zweite.

01_Kartenzahlung_Serviceleistung

© orderbird und Mastercard

Der Verlust von Umsätzen könne laut den Studienautor:innen mit einem vielfältigen Portfolio an Zahlungsarten deutlich minimiert werden. Zudem könne die Freischaltung von internationalen Debit- oder Kreditkarten dazu beitragen, möglichst vielen Gästen – beispielsweise auch Tourist:innen aus dem Ausland – bargeldloses Bezahlen anzubieten.

Bargeldlose Zahlungen auch bei Kleinstbeträgen gewünscht
Immerhin mehr als ein Viertel der Gäste (28,6 Prozent) würde in Restaurants, Cafés und Bars immer mit Karte zahlen. Im Jahr 2019 seien es erst 18,6 Prozent gewesen. Vor allem die 30- bis 39-Jährigen würden Kartenzahlungen mit rund 41 Prozent anderen Zahlungsarten vorziehen. Laut den aktuellen Zahlen von orderbird sei der Anteil der Kartenzahlungen in der Gastronomie um 3,9 Prozentpunkte gestiegen (2020: 39,4 Prozent, 2021: 43,3 Prozent).

Rund die Hälfte der Gäste (50,7 Prozent) greife gern zur Karte, sofern sie nicht genügend Bargeld dabeihaben. Insbesondere hohe Rechnungen werden häufig (44,1 Prozent) bargeldlos bezahlt. Lediglich knapp sechs Prozent der befragten Gäste hätten angegeben, nie mit Karte zu zahlen.

02_Wann wird bargeldlos bezahlt

© orderbird und Mastercard

In der Gastronomie werden zunehmend auch niedrige Beträge mit Karte oder Smartphone bezahlt. Ein Problem für viele Gäste sei dabei aber der Mindestbetrag für Kartenzahlungen, an dem noch immer fast ein Fünftel der Gastronom:innen (18,6 Prozent) festhalte. Dieser erschwere es den Kund:innen besonders kleinere Mahlzeiten auch mal spontan zu verzehren.

Die Zahl der Gastronomie-Betriebe, welche einen Mindestumsatz verlangen, sei gegenüber 2019 aber wenigstens um 13,8 Prozentpunkte zurückgegangen. Diese Entwicklung spiegle unter anderem die Erwartungen der Gäste wider: Jede:r Dritte (33,5 Prozent) wünsche sich auch kleine Beträge mit Karte bezahlen zu können. Bei den 18- bis 29-Jährigen seien es sogar 41,6 Prozent.

03_Kartenzahlungen_Kleinstbeträge

© orderbird und Mastercard

Mehr Umsatz dank Kartenzahlung
Auch für die Gastronomie biete die Kartenzahlung zahlreiche Vorteile: 56 Prozent der Gastronom:innen würden Kartenzahlungen hygienischer als Barzahlungen finden – besonders während der Corona-Pandemie rückte bei Bezahlvorgängen der Hygieneaspekt in den Fokus. Laut mehr als einem Drittel der Gastronomen und Gastronominnen (35 Prozent) sei die Abwicklung kontaktloser Zahlungen zudem wesentlich schneller und verstärke so das positive Kunden- und Kundinnen-Erlebnis. 29 Prozent der Wirt:innen seien sogar der Meinung, dass Gäste mehr Geld ausgeben, wenn sie mit Karte bezahlen.

04_Trinkgelder

© orderbird und Mastercard

Viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Gastgewerbe sind auf Trinkgeld angewiesen – bei Kartenzahlungen sei die Sorge groß, dass die Gäste auf Trinkgeld verzichten. Den Ergebnissen der Studie zufolge sei diese Befürchtung aber unberechtigt: Eine klare Mehrheit gebe auch bei diesen Trinkgeld. Rund 12 Prozent der Gäste seien bei Kartenzahlungen sogar spendabler als bei Barzahlungen.