Biometrie beim Onlinebanking immer beliebter

19.08.2020

29 Prozent der Bundesbürger nutzen bereits ihren Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung, um sich im Onlinebanking anzumelden oder Bankgeschäfte durchzuführen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Pricewaterhouse Coopers (PwC).

Das bedeutet einen Zuwachs von elf Prozentpunkten gegenüber der Umfrage von 2018. Im Rahmen der repräsentativen Studie „Biometrische Authentifizierungsverfahren 2020“ wurden 1000 Bürger im Alter von über 18 Jahren zwischen Mai und Juni 2020 befragt. 

Entscheidend für die häufige Nutzung der biometrischen Verfahren ist laut PwC die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen. Hier hätten rund 52 Prozent schon einmal biometrische Authentifizierungsverfahren für ihre Bankgeschäfte genutzt. Die Studienmacher raten Banken deshalb, „ihr Angebot stets an die neuesten Sicherheitsstandards und Entwicklungen anzupassen, um auch für jüngere Kunden attraktiv zu bleiben“. Vor allem bei der Nutzung des Onlinebankings auf dem Smartphone seien biometrische Verfahren beliebt.

Biometrische Verfahren gelten als besonders fälschungssicher
Bei der Akzeptanz biometrischer Authentifizierungsverfahren spielt die Sicherheit eine entscheidende Rolle. Auch hier zeige sich für die neuen Technologien ein positives Bild. Die Studienmacher haben ermittelt, dass „die Nutzer von biometrischen Verfahren vor allem die erhöhte Fälschungssicherheit durch Einzigartigkeit der biometrischen Merkmale schätzen und als sicher bewerten“. Diese Sicherheitsanforderungen seien nach dem Gefühl der Bürger besonders bei der Verwendung des Fingerabdrucks auf dem eigenen Smartphone gegeben. Insgesamt würden mehr als zwei Drittel der Deutschen (68 Prozent) die Authentifizierung mit biometrischen Verfahren für sicher halten (2018: 63 Prozent). 

Darüber hinaus lässt sich laut PwC ein Unterschied zwischen jüngeren und älteren Nutzern feststellen. So würden deutlich über 70 Prozent der unter 40-Jährigen die Technologie für sicher halten, bei den über 40-Jährigen seien es etwa zehn Prozent weniger. 

Gefühlte Sicherheit ist wichtiges Kriterium
Ein überraschendes Ergebnis zeige sich bei der Bewertung der einzelnen biometrischen Verfahren untereinander. Hier unterscheide sich die subjektive Wahrnehmung der Befragten eindeutig von der empirischen Einordnung der Verfahren. Obwohl Techniken zur Gesichtserkennung laut der Studie im Vergleich zum Fingerabdruck etwa 20 Mal sicherer sind, bewerten die Teilnehmer die Verfahren gegenteilig. 53 Prozent der Befragten hätten den Fingerabdruck und nur 15 Prozent die Gesichtserkennung als sicherstes biometrisches Authentifizierungsverfahren bewertet. 

In der Realität liege die Wahrscheinlichkeit für eine Überschneidung zweier Fingerabdrücke bei 1:50.000, während die Face-ID nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1.000.000 den registrierten Nutzer mit einer zufälligen Person verwechsele. Dies zeige, dass sich die subjektiven Einschätzungen der Befragten von der Realität unterscheiden. Ein Widerspruch, der durch die weite Verbreitung der Authentifizierung per Fingerabdruck entstanden sei.