Bundesbank: Weiterhin starkes Wachstum bei Karten

16.09.2020

Unbare Zahlungsinstrumente wurden in Deutschland bereits 2019, also schon vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie, stärker genutzt. Dies zeigen die neuesten Zahlungsverkehrs- und Wertpapierabwicklungsstatistiken der Deutschen Bundesbank.

Insgesamt seien 24 Milliarden Zahlungstransaktionen in einem Gesamtwert von 61 Billionen Euro von Zahlungsdienstleistern bargeldlos mit ihren Nichtbankenkunden abgewickelt worden. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einer Steigerung um sieben Prozent bei den Transaktionen und acht Prozent beim Gesamtwert.

Kartenzahlungen mit größter Steigerung
Am stärksten haben laut Bundesbank die Zahlungen mit der Karte zugenommen, um fast 19 Prozent auf 6,3 Milliarden. Darunter hätten Transaktionen mit Debitkarten mit knapp fünf Milliarden den höchsten Anteil erzielt. Deren Nutzung habe sich im Jahr 2019 um 20 Prozent erhöht. Kreditkarten ohne und vor allem Kreditkarten mit Kreditfunktion würden in Deutschland weiterhin eine eher untergeordnete Rolle spielen. Die Lastschrift sei mit elf Milliarden Transaktionen nach wie vor das beliebteste unbare Zahlungsinstrument, gefolgt von der Überweisung mit knapp sieben Milliarden.

Höhere Bargeldabhebungen am Geldautomaten
Während die von Banken und Sparkassen ausgegebenen Karten an inländischen Geldautomaten seltener genutzt worden seien, habe sich die Kartennutzung am Point of Sale im Jahr 2019 um zwölf Prozent gesteigert. Es wurde also laut Bundesbank seltener Bargeld am Geldautomaten abgehoben, die abgehobenen Beträge stiegen jedoch, durchschnittlich um sieben Euro auf 192 Euro. Die vermehrte Nutzung der Karten an den Kassen des Handels und anderer Verkaufsstellen ging dagegen einher mit einem Rückgang des Durchschnittsbetrags um vier Euro auf 54 Euro.

Ausgehend von einem niedrigen Niveau hätten sich die Scheckzahlungen in Deutschland erneut reduziert. Auch E-Geld-Zahlungen seien in Deutschland relativ bedeutungslos geblieben. Bezogen auf den Wert der unbaren Zahlungstransaktionen habe die Überweisung mit einer Steigerung um neun Prozent auf nunmehr 56 Billionen Euro ihre Spitzenposition behaupten können.

Auch beim Transaktionswert würden die Kartenzahlungen mit zwölf Prozent die größte Steigerung aufweisen, blieben jedoch mit 350 Milliarden Euro weit hinter dem Wert der Überweisungen und Lastschriften zurück. Der Betrag der Lastschriften sei um zwei Prozent auf gut drei Billionen Euro gestiegen, während der Wert der Scheckzahlungen um 20 Prozent auf 72 Milliarden Euro zurückgegangen sei.

Insgesamt waren 2019 laut Bundesbank-Statistik fast 153 Millionen Debit- und Kreditkarten) im Umlauf, die von deutschen Zahlungsdienstleistern ausgegeben wurden (plus vier Prozent beziehungsweise plus 5,5 Millionen). Die Zahl der Debitkarten nahm um 3,6 Prozent auf 115,6 Millionen zu, die Zahl der Kreditkarten stieg um 3,6 Prozent auf 37,2 Millionen.