Die Eidgenossen bezahlen lieber bargeldlos

30.08.2021

In der Schweiz hält der Trend zum kontaktlosen Bezahlen an. Bargeld dagegen verliert sukzessive an Bedeutung - und ist nun nicht mehr das meistgenutzte Zahlungsmittel in der Alpenrepublik.

Inzwischen werde die Debitkarte bei mehr als jeder dritten Zahlung (34 Prozent) von den Schweizerinnen und Schweizern eingesetzt. Damit hat sie das Bargeld erstmals an der Spitze der Zahlungsmittel abgelöst, so die Ergebnisse des aktuellen „Swiss Payment Monitor 2/2021“ der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft (ZHAW) und der Universität St. Gallen.

Die Anzahl der bar abgewickelten Transaktionen nehme noch immer kontinuierlich ab, ihr Anteil im Gesamtmarkt belaufe sich auf knapp 30 Prozent. Im Vergleich zur Studie für das Gesamtjahr 2020 sei der Bargeldanteil bislang um 14 Prozent gesunken (2020: 44 Prozent).

Zahlungsmittelanteil nach Tx_Gesamtmarkt

© ZHAW und Universität St. Gallen

Umsatz mit Debitkarten steigt
Ein ähnliches Bild zeigt sich auch beim Umsatz im Gesamtmarkt: Der Anteil des Bargelds sei hier zwar wieder leicht gestiegen (1/2021: 13 Prozent, 2/2021: 18 Prozent), allerdings liege er damit nach wie vor hinter den Kartenzahlungen. Die meisten Ausgaben würden die Verbraucher:innen mit der Debitkarte (31 Prozent) tätigen, dahinter folge die Kreditkarte (25 Prozent).

Zahlungsmittelanteil nach Umsatz_Gesamtmarkt

© ZHAW und Universität St. Gallen

In den im Mai veröffentlichten Ergebnissen („Swiss Payment Monitor 1/2021“) lag die Kreditkarte als umsatzstärkstes Zahlungsmittel der Schweiz noch vor der Debitkarte. Die nun gegenläufige Entwicklung gehe laut den Studienautoren auf den sinkenden Anteil des Onlinegeschäfts im Gesamtmarkt zurück. Zuletzt habe der E-Commerce Umsatz rund 30 Prozent ausgemacht; in der vorherigen Ausgabe des Swiss Payment Monitors habe dieser Anteil bei knapp der Hälfte (50 Prozent) gelegen.

Am Point-of-Sale würden mehr als ein Drittel der Transaktionen (38 Prozent) mit der Debitkarte erfolgen, der Umsatzanteil liege hier bei knapp 41 Prozent. Damit dominiere die Debitkarte das Bezahlen an der Ladenkasse. An zweiter Stelle stehe das Bargeld mit einem Transaktionsanteil in Höhe von rund 34 Prozent, gefolgt von der Kreditkarte (17 Prozent). Im Hinblick auf den Umsatz platziere sich die Kreditkarte mit ihrem Anteil (27 Prozent) aber vor dem Bargeld (25 Prozent) – das liege vor allem an den in der Regel höher ausfallenden Kaufbeträgen.

Bedeutung von Mobile Payment wächst 
Im Distanzgeschäft nimmt vor allem die Relevanz von mobilen Bezahllösungen zu: Rund 42 Prozent der Transaktionen im E-Commerce werden über ein mobiles Gerät abgewickelt. Im Vergleich zur letzten Umfrage sei die Anzahl um 12 Prozentpunkte gestiegen. Danach folgten der Kauf auf Rechnung (26 Prozent) und die Kreditkarte (14 Prozent). Beim Umsatzanteil liege dagegen der Rechnungskauf mit großem Abstand (47 Prozent) vor dem mobilen Bezahlen (20 Prozent) und der Kreditkarte (18 Prozent).

Zahlungsmittelanteil nach Tx_Distanzgeschäft

© ZHAW und Universität St. Gallen

Für die repräsentative Untersuchung wurden im Mai 2021 in der gesamten Schweiz mehr als 1400 Personen befragt. Den vollständigen „Swiss Payment Monitor 2/2021“ können Interessierte hier einsehen.