Die Kreditkarte reist mit

01.07.2021

Das Bezahlverhalten der Bürger:innen in Deutschland hat sich 2020, wie mehrfach berichtet wurde, nachhaltig verändert. Laut einer Umfrage der norisbank und dem Marktforschungsinstitut Innofact AG wird das beliebte Bargeld nun auch im Urlaub sukzessive durch die Kreditkarte ersetzt.

In den letzten Jahren habe die Kreditkarte besonders von den steigenden Online-Käufen, der Implementierung in digitale Zahlungsservices wie Apple Pay oder Google Pay sowie der zunehmenden Kartennutzung während der Pandemie profitiert. Darüber hinaus gewinne das Bezahlen mit Karte auch im Urlaub an Bedeutung: Knapp die Hälfte der Befragten (49,6 Prozent) bevorzuge inzwischen Kartenzahlungen – vor zwei Jahren habe dieser Anteil erst bei rund 40 Prozent gelegen. Das Bezahlverhalten habe sich damit zu Ungunsten der Barzahlungen (2021: 50,4 Prozent, 2019: 60,1 Prozent) entwickelt.

Dennoch zahle die Mehrheit der Reisenden noch immer mit Bargeld. Ein wesentlicher Grund dafür sei laut einiger Urlauber:innen (29,2 Prozent) die ihrer Ansicht nach vergleichsweise niedrige Akzeptanz von Kartenzahlungen in manchen Reiseorten.

Für den Bargeldbezug am Geldautomaten vor Ort würden die Befragten zudem die Debitkarte (30,1 Prozent) bevorzugen, immerhin ein Fünftel (18,3 Prozent) nutze hierbei aber eine Kreditkarte. Beim bargeldlosen Bezahlen hingegen ziehe inzwischen jede:r Zweite (53,5 Prozent) die Kreditkarte anderen Zahlungsmitteln vor.

Hohe Summen mit Kreditkarte
Auch im Falle einer Auslandsreise sei insbesondere die Zahlung mit Kreditkarte wichtig. Die Verwendung dieser sei im Ausland häufig beispielsweise bei Hotelreservierungen, Mietwagenbuchungen und Einkäufen notwendig. Etwas weniger als die Hälfte (45,8 Prozent) habe daher eine Kreditkarte für den Urlaub beantragt oder besitze bereits eine. Rund ein Fünftel (20,2 Prozent) sei für den künftigen Besitz offen. Insbesondere jüngere Verbraucher:innen (72,2 Prozent) würden eine Kreditkarte besitzen oder seien bereit dazu, diese für eine Reise zu beantragen. Auch bei Familien mit Kind zeige sich eine hohe Bereitschaft (72,9 Prozent) für die Kreditkarte. Ältere Reisende (50- bis 69-Jährige) seien hingegen etwas skeptischer: Knapp 58 Prozent würden diese nutzen beziehungsweise die Anforderung einer solchen in Erwägung ziehen.

Die Mehrheit der Reisenden bezahle mit der Kreditkarte überwiegend größere Summen wie zum Beispiel Ausflüge. Aber auch hier zeichne sich eine Veränderung ab: Die Konsument:innen (38,6 Prozent) würden mittlerweile auch verstärkt kleinere Beträge an den Ladenkassen mit Kreditkarte bezahlen – vor allem das letzte Jahr habe diesen Trend vorangetrieben. Die Entwicklung werde zudem durch die wachsende Akzeptanz der Händler:innen befördert. Insgesamt zeige sich, dass bargeldlose Zahlungen mit Karte auch auf Reisen zunehmend relevanter werden.