Digitales Bezahlen soll schnell und bequem sein

15.10.2020

Rund ein Viertel der deutschen Verbraucher haben in ihrem Alltag bereits eine SEPA-Echtzeitüberweisung genutzt. Weitere 50 Prozent können sich vorstellen, Instant Payment-Zahlungen zukünftig einzusetzen.

Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen 24. Payment-Studie des ECC Köln, einer Tochtermarke des Instituts für Handelsforschung (IFH Köln) in Zusammenarbeit mit Professor Malte Krüger.  Besonders interessant für die Verbraucher seien Instant  Payment-Zahlungen bei sofortigem Versand der Ware (66 Prozent) und bei Zahlungen, bei denen heute Eil-Überweisungen nötig sind (65 Prozent). 

Die ECC-Payment-Studie zeigt auch, dass die Händler ihr Payment-Angebot an die Wünsche ihrer Kunden anpassen. Aus Händlersicht trage Instant Payment nicht nur zur Vermeidung von Zahlungsausfällen bei (61 Prozent), sondern vor allem auch zur Steigerung der Kundenzufriedenheit (60 Prozent). Insgesamt glaube knapp die Hälfte der Händler, dass Instant Payment sich mittelfristig als zusätzliches Zahlungsmittel durchsetzen werde -  vor allem, weil es von den Kunden immer mehr verlangt werde. Den Händlern selbst komme es beim Zahlungsempfang weniger auf die direkte Verfügbarkeit an, vielmehr sei für sie die Zahlungssicherheit entscheidend (57 Prozent).

In der EU sind seit November 2017 schnelle Überweisungen in unter 15 Sekunden (Sepa Instant Payment) möglich. Instant Payment wickelt den Geldtransfer von einem Girokonto zu einem anderen in Echtzeit ab und der Zahlungsempfänger verfügt direkt nach dem Abschluss der Transaktion über den Betrag. 

Die Sparkassen waren Pioniere bei Echtzeit-Überweisungen. Als erste Institutsgruppe in Deutschland hatte die Sparkassen-Finanzgruppe bereits am 10. Juli 2018 das neue Sepa-Instant-Payment-Verfahren eingeführt. Es traf vom ersten Tag an auf eine erfreulich hohe Kundenakzeptanz. Bereits im ersten Monat nach der Markteinführung wurden in der Sparkassen-Finanzgruppe mehr als 1,6 Millionen Echtzeit-Überweisungen verarbeitet. 

Stand April 2020 ist diese Zahl auf stolze 100 Millionen Transaktionen gestiegen. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass dieses Wachstum auch durch die Corona-Pandemie nicht gebremst wird. Es hat sich sogar noch beschleunigt. So hat sich die bisherige monatliche Zuwachsrate von durchschnittlich jeweils 200.000 Ein- und Ausgängen im April mehr als verdoppelt.

Kunden würden auch dem Händler das Geld aufs Handy schicken
Als einen weiteren Payment-Trend benennt die Studie formlose digitale Zahlungen  zwischen Privatpersonen (Peer-to-Peer (P2P) Payment) über Smartphones, ohne Eingabe von Bankverbindung oder TAN. Meist ist für P2P-Zahlungen die E-Mail-Adresse oder Handynummer des Empfängers oder der Empfängerin ausreichend und die Zahlung kommt sofort (in Echtzeit) an. Laut der Studie stehen die Bundesbürger P2P-Zahlungen insgesamt offen gegenüber: Jeder Vierte hat diese Möglichkeit bereits genutzt. Der bekannteste Anbieter sei PayPal (97 Prozent), aber auch paydirekt (71 Prozent) und Visa Direkt (62 Prozent) seien als P2P-Anbieter bekannt. 

Erstaunlicherweise nicht genannt wurde in dieser Studie das P2P-Verfahren „Kwitt“,  das in die Sparkassen-App integriert ist und das die Sparkassen seit Februar 2018 zusammen mit den Volks- und Raiffeisenbanken anbieten. Durch die Kooperation können immerhin bereits etwa 80 Prozent der Bankkunden in Deutschland Kleinst-Überweisungen in Echtzeit durchführen.

Eine Überlegung wert sei der Einsatz von formlosen digitalen Zahlungen auch im Handel durch eine Ausweitung von P2P auf P2B (Peer-to-Business). Die Verbraucher fänden die Idee grundsätzlich interessant und würden formlose digitale Zahlungen vor allem beim Einkauf über das Internet nutzen. Das Interesse sei besonders hoch bei mobile- und smartphone-affinen Verbrauchern, den sogenannten Smart Consumern.

Die Sparkassen-Finanzgruppe arbeitet bereits daran, ihr P2P-Produkt „Kwitt“ um eine P2B-Funktion zu erweitern. Im Rahmen des Projekts „Payment Apps“ fand am 16. Dezember 2019  im Deutschen Sparkassenverlag in Stuttgart die erste Live-Transaktion mit der neuen Payment-Anwendung statt . Kwitt P2B eignet sich ideal für kleine Händler ohne Kassen und Terminal-Infrastruktur, die überwiegend Bargeld kassieren. Aber auch für Privatverkäufer im Zug-um-Zug-Geschäft (zum Beispiel Flohmarkt-Stände) oder Händler mit Vertrauenskassen (zum Beispiel Hofläden oder Blumenfelder) bietet Kwitt P2B eine Akzeptanzmöglichkeit ohne zusätzliche Hardware.

Für die „ECC-Payment-Studie Vol. 24“ Studie wurden im Oktober und November 2019 insgesamt 1.501 Konsumenten aus Deutschland befragt. Darüber hinaus wurde im Oktober und November 2019 eine Umfrage unter 336 deutschen Onlinehändlern durchgeführt und es wurden zusätzlich drei Experten telefonisch interviewt.