E-Commerce: "Erst-Shopper" zahlen vermehrt mit Kreditkarte

10.05.2021

Die Corona-Pandemie hat auch im E-Commerce das Zahlungsverhalten verändert. Im Jahr 2020 erzielte der Zahlungsdienstleister Paypal rund ein Viertel des E-Commerce-Umsatzes. Dennoch ist der Rechnungskauf bei den deutschen Verbrauchern auch 2020 im Online-Handel weiterhin auf Platz 1.

Das sind Kernergebnisse der Studie „Online-Payment 2021“, die das EHI Retail Institute (EHI) unter 104 Online-Handelsunternehmen unterschiedlicher Branchen und Umsatzgrößen durchgeführt hat (Anbieter, die ausschließlich online verkaufen und Omnichannel-Handelsunternehmen).

PayPal im Aufwind
Demzufolge hätten die Konsumenten im letzten Jahr 30,4 Prozent ihrer Einkäufe im Online-Handel per Rechnung beglichen. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Rückgang um nahezu 2,5 Prozentpunkte (2019: 32,8 Prozent). Die Zahlungsart sei damit zwar immer noch die beliebteste, habe aber Umsatzanteile an Paypal verloren. Dessen Anteil sei 2020 auf 24,9 Prozent (+4,7 Prozentpunkte) gestiegen – der höchste Umsatzanteil seit zehn Jahren. 

Insbesondere durch das infolge der Corona-Krise veränderte Zahlungsverhalten der  Verbraucher wurde laut den Studienautoren bei einer Mehrheit der Online-Händler ein branchenübergreifender Umsatzanstieg bei Paypal-Zahlungen erfasst. Die Wallet werde bei den meisten Händlern (90 Prozent)  beim Check-out größtenteils von Neukunden genutzt.

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© EHI Retail Institute

Steigende Kreditkartenumsätze
Der Umsatzanteil der Kreditkarten sei im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent gestiegen. Insbesondere Händler aus den Bereichen Elektronik, Bekleidung und Generalisten hätten einen Anstieg des Kreditkartenumsatzes festgestellt – vor allem Neukunden würden neben der Nutzung von Paypal auch vermehrt mit Kreditkarte bezahlen. Die Umsetzungspflicht der starken Kundenauthentifizierung (PSD2/SCA) scheine sich 2020 noch nicht negativ auf die Kreditkartenzahlungen im E-Commerce ausgewirkt zu haben.

Omnichannel: Verknüpfung von Online und Stationär
Das EHI schätzt den stationären Einzelhandelsumsatz auf 435 Milliarden Euro brutto und den Umsatz im E-Commerce auf 75 Milliarden Euro brutto. In der Gesamtbetrachtung des Handelsumsatzes für 2020 (510 Milliarden Euro) zeige sich, dass der Online-Handel eine immer bedeutendere Rolle einnimmt. 

Da die Verbraucher im E-Commerce überwiegend mit bargeldlosen Zahlverfahren einkaufen, verringere sich der Bargeldanteil (stationär: 40,9 Prozent) im kumulierten Handelsumsatz auf rund 35,1 Prozent. Die im stationären Einzelhandel beliebte Girocard habe im Gesamtmarkt einen Anteil von 34,3 Prozent des Umsatzes – derzeit ist es noch nicht möglich, diese bei Online-Käufen zu nutzen.

Die omnikanalfähige Kreditkarte mache neun Prozent des Umsatzes aus. Der Anteil des Lastschriftverfahrens liege bei rund 7,9 Prozent, was laut den Studienmachern vor allem durch den hohen Anteil beim Online-Händler Amazon erreicht werde. Die Zahlungsart mit dem zweithöchsten Umsatz im Online-Handel (Paypal) mache im Gesamtmarkt nur 3,7 Prozent aus.

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