E-Commerce wächst beim täglichen Bedarf

08.07.2020

Im zweiten Quartal ist der E-Commerce in Deutschland mit einem Plus von 16,5 Prozent überdurchschnittlich gewachsen. Vor allem Lebensmittel, Tierbedarf, Medikamente und Drogerieprodukte waren gefragt. Der Zuwachs liegt hier bei 51,2 Prozent.

Laut einer Verbraucherstudie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) gaben die Verbraucher im Zeitraum April bis Juni 2020 im Online-Handel 20,2 Millionen Euro aus (zweites Quartal 2019: 17,3 Millionen Euro). Im ersten Halbjahr 2020 summierten sich die Erlöse auf 36,7 Millionen Euro und damit 9,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (33,6 Millionen Euro).

Stark eingebrochen seien digitale Dienstleistungen wie elektronische Tickets, Downloads oder Hotelbuchungen. Hier gab es einen Absturz um 71,6 Prozent bei einem Umsatz von nur noch 1,3 Millionen Euro (zweites Quartal 2019: 4,8 Millionen Euro). Hier zeigten sich die Folgen des Lockdowns auf Reisen und kulturelle Events. 

In der Krise Notwendiges online kaufen

„E-Commerce hat sich im zweiten Quartal nachhaltig als zusätzliche Versorgungs-Infrastruktur etabliert“, schreiben die Studienmacher. Das zeige sich nicht nur an den absoluten Zahlen, sondern auch am erklärten Willen der Konsumenten, auch künftig mindestens so viele, wenn nicht mehr Güter des täglichen Bedarfs und Medikamente online zu kaufen. 

In einer Zusatzbefragung unter rund 2500 Konsumenten gab gut jeder Zweite (53,6 Prozent) an, dass er wegen der Erfahrungen in der Coronakrise künftig mehr online bestellen werde. Nach Warengruppen gefragt, gaben 21,6 Prozent der Befragten an, mehr Lebensmittel online bestellen zu wollen.

Auch im Hinblick auf Medikamente, Drogerieprodukte und Tierbedarf äußerten deutlich mehr Befragte die Absicht, ihre Online-Einkäufe künftig eher zu steigern, als sie zu verringern. Außerdem wollen die Konsumenten hauptsächlich bei Bekleidung und gedruckten oder elektronischen Büchern künftig eher mehr Geld im Internet ausgeben. 

Die Internet-Pure-Player profitieren

Von den höheren Umsätzen profitierten insbesondere die Unternehmen, die ausschließlich im Internet verkaufen mit einem Wachstum von 13,3 Prozent im ersten Halbjahr und 20,8 Prozent im zweiten Quartal 2020. Die Umsätze auf Online-Marktplätzen seien im gleichen Zeitraum um 19,1 Prozent (Quartal) respektive 12,1 Prozent (Halbjahr) gewachsen.

Die Online-Umsätze der stationären Händler konnten dagegen laut E-Commerce-Verband im zweiten Quartal mit 4,7 Prozent nur unterdurchschnittlich am Wachstum partizipieren. Auf das Halbjahr bezogen, verloren sie sogar 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

In der Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“ werden von Januar bis Dezember 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen (zum Beispiel im Bereich Reisen oder Ticketing) befragt.

Das Endergebnis der Studie wird Anfang 2021 nach Abschluss der Umfrage veröffentlicht. Die Zahlen basieren auf der Auswertung der Monate April bis Juni 2020.