Fünf Irrtümer rund ums kontaktlose Bezahlen

05.11.2019

Die Experten des Portals kartensicherheit.de der Euro Kartensysteme haben fünf typische Aussagen zum kontaktlosen Bezahlen auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft und räumen mit Fake News auf.

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(© istock / eoneren)

Die Argumente können auch Sparkassen dabei helfen, Anfragen ihrer Kunden zum kontaktlosen Bezahlen kompetent zu beantworten und Befürchtungen hinsichtlich der Sicherheit zu zerstreuen.

1. „Früher war alles besser – auch das Bezahlen mit der früheren girocard."

Das kontaktlose Bezahlen mit der modernen, NFC-fähigen girocard ist – für Kunden und für Händler – genauso sicher wie mit der bisherigen girocard. Aber es funktioniert schneller und bequemer. Die Technik von heute hat also die Nase vorn!

Genau genommen ist kontaktlos sogar überproportional sicher! In der Betrugsstatistik bleibt die kontaktlose girocard deutlich hinter den anderen zurück, obwohl ihre Beliebtheit stetig wächst. Der Anteil der betrügerischen Kontaktlos-Transaktionen an allen girocard-kontaktlos Zahlungen lag im 1. Halbjahr 2019 lediglich bei 0,00047 Prozent.

2. „Irgendwie ist mir diese Kontaktlos-Technologie nicht geheuer, das ist doch nichts Konkretes so wie Bargeld, das ich selber nachzählen kann."

Freilich ist der Bezahlvorgang nicht so greifbar wie Scheine und Münzen zum Anfassen. Stattdessen werden die Informationen gefunkt, und diese Übertragung findet genauso real statt wie zum Beispiel ein Telefongespräch. Die Kontrolle haben Sie trotzdem per Kontostand und -auszüge; wobei das kontaktlose Bezahlen per Smartphone am meisten Komfort zum Überblicken Ihrer Kontobewegungen bietet – ganz einfach mit einer App.

3. „Wenn ich eine Kontaktlos-Karte habe, kann mir ganz leicht ein horrender Schaden entstehen."

Die Gefahr ist nicht größer als sonst auch, weil Sie durch Ihre Bank geschützt sind, solange Sie gewissenhaft und sorgfältig mit Ihrer Karte und PIN umgehen. Sollte es dennoch zu einem Schaden durch Kartenmissbrauch kommen, haftet die Bank oder Sparkasse. Sie erhalten das Geld direkt von Ihrem Finanzinstitut zurück.

Zu den Sorgfaltspflichten der Karteninhaber gehört:

  • generell stets die PIN geheim zu halten, die Karte sicher aufzubewahren und niemals Dritten Zugriff darauf zu geben, die Kontoauszüge zu prüfen und Unregelmäßigkeiten dem kontoführenden Institut sofort zu melden
  • wenn man den Diebstahl oder Missbrauch seiner Karte bemerkt, unverzüglich seine Karte über den Sperr-Notruf 116 116 oder beim herausgebenden Institut sperren zu lassen und parallel bei der Polizei Anzeige zu erstatten.

4. „Betrüger können im Vorbeigehen Geld abbuchen. Die müssen nur nah an meine Hosentasche herankommen, in der mein Geldbeutel mit der Kontaktlos- Karte steckt."

Bisher ist kein einziger Fall von digitalem Taschendiebstahl registriert worden, weder von der Polizei, noch vom Sicherheitsmanagement der EURO Kartensysteme. Betrugsexperten aus dem Ausland können hierzu ebenfalls keine Delikte feststellen. In der Aussage wird folglich ein absurdes Kriminalitätsszenario beschrieben, das in der Alltagspraxis in mehrfacher Hinsicht unrealistisch ist.

Dagegen sprechen

  • das höchst auffällige Täterverhalten
  • die extrem geringe Trefferquote der Betrugsversuche
  • und die viel zu geringe Beute.

Zieht man Risiken, Kosten, Hindernisse und Mühseligkeiten für die Betrüger in Betracht, steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum eventuellen Ertrag. Daraus ergibt sich kein effizientes Geschäftsmodell für die Betrugsindustrie. Es dürfte wesentlich leichter sein, die Karte zu stehlen.

5. „Jeder kann sich so ein Gerät besorgen, mit dem er dann meine Kontaktlos- Karte abzocken kann."

Lesegeräte kann man kaufen, ja. Aber damit hört der Spuk auch schon auf. Um solch ein Gerät in Betrieb nehmen und Transaktionen tätigen zu können, sind etliche Legitimierungsschritte notwendig. Es scheitert an systemischen Hürden, fehlenden Zulassungen, und sämtliche Schritte würden außerdem zur eindeutigen Identifizierung sowohl des Händlers als auch des betriebenen Terminals führen. Selbst wenn jemand System und Technik irgendwie überlisten würde, wäre er sehr schnell gefasst.

(Erstveröffentlichung im Premium-Newsletter von kartensicherheit.de, Ausgabe Oktober 2019)

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