Für die Jungen ist Geld kein Statussymbol mehr

19.04.2021

Rund 25 Prozent der 18- bis 45-jährigen Deutschen könnten laut einer aktuellen Umfrage nicht einmal finanzielle Engpässe von 250 Euro überbrücken - bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren sind es sogar 38 Prozent.

Ungeplante Ausgaben bis 1000 Euro könnten rund 68 Prozent der Befragten noch kompensieren – eine kaputte Waschmaschine sei allerdings für viele der Deutschen schon eine finanzielle Herausforderung. Das sei gewiss einer der Gründe, weshalb etwa ein Drittel der Millennials, also der Generation, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurde, mit dem Thema Geld sowohl Verzicht als auch Existenzangst verbinde.

31 Prozent der Millennials, auch Generation Y genannt, fühlen sich finanziell schlechter aufgestellt als der Durchschnittsdeutsche. Das sind Kernergebnisse der Studie „Money Mindset: Was der Gen Y wichtig ist“, die das schwedische Fintech-Unternehmen Anyfin unter 1000 Bundesbürgern im Alter von 18 bis 45 Jahren durchgeführt hat.

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© Anyfin Germany GmbH

Laut den Studienmachern sehe die junge Generation finanziellen Wohlstand und Absicherung nicht mehr als Statussymbol, sondern vermehrt als Mittel zum Zweck, um einen individuellen Lebensstil führen zu können. Die jungen Erwachsenen seien dafür bereit, teilweise auf finanzielle Sicherheit zu verzichten, um spontan und nach ihren Vorstellungen agieren zu können.

Finanzielle Selbstkontrolle 
Bei den Erwachsenen ab 26 Jahren nehme aber auch die Selbstkontrolle sowie das Finanzwissen zu. Sie seien nach eigener Wahrnehmung besser über Finanzprodukte aufgeklärt, wissen ausführlicher über ihre Zinsen und Finanzen Bescheid. Rund 75 Prozent der Befragten bestätigen, selbst die volle Kontrolle über ihre Finanzen zu haben. Zudem sei im Vergleich zu den 18- bis 25-Jährigen ein höheres Vertrauen in ihre Kreditgeber vorhanden.

Wunsch nach mehr Geld für Familie, Freunde und Reisen
Die Generation Y hätte gerne mehr finanzielle Mittel für ihr soziales Umfeld zur Verfügung. Bei den älteren Erwachsenen haben laut Anyfin 40 Prozent der Befragten den Wunsch nach mehr Geld für Familie und Freunde geäußert – bei den 18- bis 25-Jährigen seien es 46 Prozent. Rund jeder Vierte hätte zudem gerne mehr Geld für die eigene Gesundheit, etwa gleichauf (28 Prozent) liege der Wunsch nach einer verbesserten finanziellen Lage für den Kauf eines Autos. Gerade bei den jungen Erwachsenen sei aber auch die Sehnsucht nach Erlebnissen deutlich zu merken, 54 Prozent der Befragten hätten gerne mehr Geld in ihrer Reisekasse. Bei den 26- bis 45-Jährigen sei es knapp die Hälfte.

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Selbstverwirklichung vor Absicherung
Die jungen Erwachsenen verwenden ihr Kreditkapital zunehmend, um ihren angestrebten Lebensstil aufzubauen – darunter fielen auch Möbel, Einrichtung und Elektronik. Das Auto sei für sie nicht unbedingt essenziell für die Selbstverwirklichung. Erwachsene ab 36 Jahren nutzen ihre Kredite laut dem Fintech verstärkt für familiäre Anlässe (zum Beispiel Hochzeiten) sowie Renovierungen. Sie seien darauf bedacht, ihren erreichten Lebensstil auszubauen oder abzusichern.

Kreditkarte beliebter als Dispo
Für die Millennials seien längst nicht mehr nur Scheine und Münzen die Finanzierungsmittel ihrer Wahl. Mehr als die Hälfte der Deutschen habe im letzten halben Jahr ihren Dispokredit oder ihre Kreditkarte genutzt, um Einkäufe in Raten abzubezahlen. Vor allem die Kreditkarte sei ein beliebtes Finanzprodukt in der jungen Generation, 48 Prozent der Befragten haben diese in den letzten Monaten genutzt – einen Dispo haben lediglich 21 Prozent beansprucht.

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Die Gen Y spricht offen über Geld

Die Studie zeigt außerdem auf, dass das Thema Geld für die Generation Y kein Tabu mehr ist. Die jungen Menschen sprechen deutlich offener sowohl über Geld als auch ihre finanziellen Probleme. Rund 46 Prozent seien gegenüber dem Austausch mit Freunden oder der Familie aufgeschlossen. Nur knapp zehn Prozent der Befragten schließen ein Gespräch über ihre Finanzen kategorisch aus.

Für rund zwei Drittel der Deutschen stehe Geld insbesondere für Freiheit und Unabhängigkeit. 65 Prozent sehen es als Möglichkeit der Selbstverwirklichung und Umsetzung von Veränderungen an. Beinahe die Hälfte (49 Prozent) der Studienteilnehmer sehe es als Mittel zum Zweck.

Die vollständige Studie mit allen Ergebnissen und zahlreichen Infografiken ist hier online abrufbar.