Kontaktlos boomt - noch hält Bargeld dagegen

28.07.2021

Bargeld ist weiterhin das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region). Doch auch in diesem Jahr zeigt sich eine deutliche Zunahme der kontaktlosen Zahlungen.

Bereits im letzten Jahr untersuchte Yougov im Auftrag der Management- und Technologieberatung Bearingpoint das Zahlungsverhalten in der DACH-Region. Der diesjährigen Umfrage zufolge werden die meisten Barzahlungen (78 Prozent) nach wie vor von den Verbraucher:innen in Österreich getätigt. Das entspreche einem Minus von fünf Prozentpunkten gegenüber 2020 (83 Prozent).

In Deutschland bevorzugten noch immer zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) das Bezahlen mit Bargeld – im Vergleich zum Vorjahr sei dieser Anteil aber deutlich gesunken (2020: 75 Prozent). Die wenigsten Barzahler:innen finden sich in der Schweiz, dennoch habe auch dort mehr als die Hälfte (64 Prozent) angegeben überwiegend mit Bargeld zu bezahlen (2020: 71 Prozent).

In allen drei Ländern sei sich die Mehrheit der Bürger:innen einig: Sie könnten es sich nicht vorstellen die Verwendung von Bargeld vollständig einzustellen. Auch rechne der Großteil der Befragten (60 Prozent) derzeit nicht mit einer baldigen Abkehr vom Bargeld. Das wichtigste Kriterium für die Bargeld-Nutzung sei in Deutschland (58 Prozent) und der Schweiz (53 Prozent) die Vertrautheit mit dem Zahlungsmittel. Für die Österreicher sei es mittlerweile die Anonymität (59 Prozent).BearingPoint_Umfrage_Zahlungsverhalten_2021_Infografik_FINAL© BearingPoint GmbH

Große Beliebtheit von kontaktlosen Bezahllösungen
Die Wallet des Zahlungsdienstleisters Paypal überzeuge vor allem die Verbraucher:innen in Deutschland, das Zahlverfahren folge mit rund 59 Prozent direkt hinter Bargeld. In den anderen Ländern zeige sich eine gegenläufige Entwicklung: Im Vergleich zum Vorjahr habe die Bezahllösung in Österreich fünf Prozentpunkte (2021: 42 Prozent, 2020: 47 Prozent) und in der Schweiz sogar 13 Prozentpunkte (2021: 31 Prozent, 2020: 44 Prozent) ihres Anteils eingebüßt. In der Schweiz gewinne besonders die Bezahl-App Twint an Bedeutung (2021: 45 Prozent, 2020: 27 Prozent).

In Deutschland sehe knapp die Hälfte der Verbraucher:innen (52 Prozent) die Schnelligkeit beim kontaktlosen Bezahlen als wesentlichen Vorteil an, in Österreich (66 Prozent) und der Schweiz (69 Prozent) sei dieser Anteil sogar noch größer. Auch die gewährleistete Hygiene bei bargeldlosen Zahlungen sei für den Großteil der Bürger:innen (Deutschland: 47 Prozent, Österreich und Schweiz: jeweils 56 Prozent) relevant.

„Auch wenn Bargeld für viele immer noch das Zahlungsmittel Nummer Eins ist, der Trend zur kontaktlosen Bezahlung ist ungebrochen. Die Corona-Pandemie wirkt hier anscheinend weiterhin wie ein Katalysator und die Vorteile in Sachen Hygiene und Sicherheit vor möglichen Ansteckungen sind für viele Menschen ein sehr wichtiger Grund, verstärkt kontaktlose Bezahlmethoden zu nutzen. Wir erwarten, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt. Und es wird vermutlich nicht mehr lange dauern, bis Bargeldnutzung nicht mehr an erster Stelle steht“, so Christian Bruck, Partner und Experte für das Thema Zahlungsverkehr bei Bearingpoint.

Hierzulande sei der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Debitkarte um 11 Prozentpunkte gestiegen (2021: 44 Prozent, 2020: 33 Prozent). Über die letzten zwei Jahre habe sich bei den kontaktlosen Kartenzahlungen ein Zuwachs in Höhe von rund 110 Prozent (2019: 21 Prozent) gezeigt. Eine beinahe genauso hohe prozentuale Veränderung (+ 100 Prozent) verzeichne die Nutzung der Bezahlsysteme Apple Pay und Google Pay (2021: 12 Prozent, 2019: 6 Prozent).

Insbesondere die jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten würden Apple Pay deutlich häufiger zum Bezahlen verwenden: In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen hätten 12 Prozent der Befragten in Deutschland und der Schweiz angegeben, dieses Zahlverfahren zu nutzen. In Österreich würden bereits 14 Prozent der Bürger:innen darauf zurückgreifen.

An der Online-Umfrage von Yougov Deutschland im Auftrag von Bearingpoint nahmen im Zeitraum vom 2. bis 21. Juni insgesamt 3119 Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil.