Kreditkarte hängt Debitkarte ab

14.05.2021

In der Schweiz zeigt sich auch in diesem Jahr bereits der Trend zum kontaktlosen Bezahlen. Kreditkartenzahlung und mobiles Bezahlen gewinnen an Bedeutung. Kreditkarten sind inzwischen das umsatzstärkste Zahlungsmittel des Landes.

Damit hat die Kreditkarte erstmals die Debitkarte überholt – fast ein Viertel der Verbraucher:innen nutzt diese. Mit geringem Abstand folgen der Rechnungskauf (22 Prozent) und die Debitkarte (21 Prozent). Bargeld hingegen hat im Gesamtmarkt nur einen Umsatzanteil in Höhe von 13 Prozent. Das stellten die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft (ZHAW) und die Universität St. Gallen im kürzlich veröffentlichten „Swiss Payment Monitor“ fest.

Bargeld verliert an Bedeutung
Der Zuwachs des Kreditkartenumsatzes ist laut den Studienmachern insbesondere auf die steigende Anzahl von Online-Käufen zurückzuführen. Obwohl Bargeld im Vergleich zum Vorjahr sowohl Umsatz- (minus zehn Prozentpunkte) als auch Transaktionsanteile (minus 13 Prozentpunkte) verloren hätte, werde das Zahlungsmittel auch in der Schweiz noch immer am häufigsten genutzt. Die Debitkarte liege mit einem Transaktionsanteil in Höhe von 31 Prozent aber fast gleichauf mit dem Bargeld (32 Prozent).

Die Präferenz von bargeldlosen Zahlungsmitteln zeige sich auch im Bargeldbezug: Im Durchschnitt würden die Konsumierenden nur noch knapp 100 Franken im Monat an den Automaten abheben – im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 33 Prozentpunkte. Zudem trage die Durchschnittskundschaft mittlerweile lediglich noch rund 50 Franken (minus 29 Prozentpunkte) bei sich. Demnach würden auch immer öfter kleinere Beträge bargeldlos gezahlt werden.

Chart_Zahlungsmittel nach Umsatzanteil gemäss Gesamtmarkt

© ZHAW und Universität St. Gallen

Jede zehnte Zahlung erfolgt über ein mobiles Gerät
Im Gegensatz zum Bargeld hätten mobile Bezahlverfahren ihre Umsatz- sowie Transaktionsanteile mehr als verdoppelt. Knapp zehn Prozent aller Transaktionen werden mit einem mobilen Endgerät getätigt, so die Studienautoren. Insbesondere bei Online-Zahlungen habe sich ein starkes Wachstum gezeigt: Knapp 30 Prozent der Transaktionen im E-Commerce seien über das Zahlverfahren abgewickelt worden.

Die meisten mobilen Zahlungen seien über Apps mit integrierter Bezahlfunktion (21 Prozent) erfolgt. Gleichzeitig seien In-App-Zahlungen auch das beliebteste Zahlverfahren der Schweizer und Schweizerinnen im Bereich Mobile Payment. Dicht darauf folge das Bezahlen per QR-Code (20 Prozent). Die kontaktlose Datenübertragung (NFC) falle mit knapp 13 Prozent deutlich zurück.

Chart_Zahlungsmittel nach Transaktionsanteil gemäss Gesamtmarkt

© ZHAW und Universität St. Gallen

Kontaktloses Bezahlen ist der neue Standard
Das kontaktlose Zahlen habe auch bei Bezahlkarten an Bedeutung gewonnen. Knapp die Hälfte des Umsatzes (plus zehn Prozentpunkte) sowie drei Fünftel aller Transaktionen (plus zehn Prozentpunkte) seien von der Kundschaft kontaktlos abgewickelt worden. Den Studienautoren zufolge haben vor allem das erhöhte Limit für Kontaktlos-Zahlungen und die Bitte der Händler:innen, bargeldlos zu zahlen, diese Entwicklung vorangetrieben.

Chart_Änderung des Bezahlverhaltens aufgrund der Corona-Pandemie

© ZHAW und Universität St. Gallen

Für die repräsentative Untersuchung wurden Ende 2020 mehr als 1400 Personen in der Schweiz befragt. Den vollständigen „Swiss Payment Monitor“ mit allen Ergebnissen und zahlreichen Infografiken finden Sie hier.