Krise schiebt das Bezahlen per Karte an

14.01.2021

Die Pandemie hat dem bargeldlosen Bezahlen per Karte beim Einkauf einen deutlichen Schub verliehen. Viele Bürger hätten ihr Verhalten beim Bezahlen verändert, erklärte die Bundesbank am Donnerstag anlässlich der Veröffentlichung einer repräsentativen Umfrage.

Danach werde inzwischen bei 30 Prozent aller Zahlungen – an der Ladenkasse, im Online-Handel oder bei weiteren Anlässen – die Karte gezückt. In einer Studie von 2017 habe der Wert lediglich bei 21 Prozent gelegen. Zugleich ging laut Bundesbank der Anteil der Barzahlungen auf 60 Prozent von 74 Prozent zurück. An der Umfrage vom 18. August bis zum 19. Oktober nahmen mehr als 5000 Personen teil.

Besonders das kontaktlose Bezahlen mit Girokarte oder Kreditkarte ist der Erhebung zufolge während der Virus-Pandemie immer beliebter geworden. „Kontaktlose Zahlungen machen inzwischen etwas mehr als die Hälfte aller Transaktionen mit der Girokarte oder Kreditkarte aus“, sagte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz. Rund 78 Prozent der Befragten, die eine Girokarte mit einer solchen Funktion besaßen, nutzten diese laut Umfrage auch. „Mehr als ein Fünftel der Befragten, die kontaktlos bezahlten, probierte dies erstmals während der Coronapandemie aus“, sagte Balz. Rund die Hälfte habe dies mit Hinweisen im Laden oder Hygieneerwägungen begründet.

Zahlungen mit dem Smartphone sind dagegen laut der Erhebung noch nicht so verbreitet. Nur 13 Prozent der Smartphone-Besitzer gaben in der Umfrage an, an der Kasse schon mobil bezahlt zu haben. 70 Prozent derjenigen, die nicht mobil zahlten, hätten keinen Bedarf dafür gesehen.

Dabei spielt das Alter der Studie zufolge eine wichtige Rolle. Menschen unter 45 Jahren würden sich offener zeigen. Sie nutzten das Smartphone zum Bezahlen häufiger als der Durchschnitt. (rtr)