Kryptowährungen: Das Vertrauen bleibt aus

02.07.2021

Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. haben in den letzten Monaten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt - vor allem wegen den teilweise starken Kurseinbrüchen. Die Skepsis gegenüber den digitalen Wertträgern ist weiterhin groß.

Der Digitalverband Bitkom hat rund 1000 Personen in Deutschland zu ihrer Meinung bezüglich Kryptowährungen befragt. Demnach zeigt sich bei den Bürgerinnen und Bürgern ein schleichend zunehmendes Interesse an Investitionen in Krypto-Münzen.

Die Mehrheit der Befragten (68 Prozent) sehe Kryptowährungen aber lediglich als Möglichkeit für Spekulierende schnelles Geld zu machen. Rund ein Drittel (33 Prozent) teile jedoch die Ansicht, dass Kryptowährungen auch eine langfristige Geldanlage sein können. Knapp ein Fünftel (21 Prozent) könne sich digitale Krypto-Münzen sogar als Alternative zum etablierten Geldsystem vorstellen. Insgesamt würden allerdings mehr als zwei Drittel (69 Prozent) Kryptogeld kein Vertrauen entgegenbringen.

„Diejenigen, die investieren, tun das insbesondere zur langfristigen Geldanlage und nicht in erster Linie um Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu nutzen. Kryptowährungen werden dabei ähnlich wie zum Beispiel Gold als alternative Anlageklasse zur Risikodiversifizierung genutzt“, sagt Patrick Hansen, Bereichsleiter Blockchain beim Bitkom.

210528_bitcoin_pg

© Bitkom Research

Nur wenig Investitionen
Gleichzeitig breite sich das Wissen über Kryptowährungen – trotz Bedenken – unter den Bürgerinnen und Bürgern weiter aus. Mittlerweile habe der Großteil der Befragten (82 Prozent) bereits von Kryptowährungen gehört oder etwas darüber gelesen. In den letzten zwei Jahren sei dieser Anteil mit einem Plus in Höhe von insgesamt 14 Prozentpunkten deutlich gestiegen (2020: 76 Prozent, 2019: 68 Prozent). Doch auch mit zunehmendem Wissen sei Kryptogeld für mehr als die Hälfte (58 Prozent) immer noch zu kompliziert, im Vergleich zum Vorjahr (2020: 66 Prozent) zeichne sich hier aber ein wesentlicher Rückgang ab.

Im Gesamtbild wird jedoch deutlich, dass die Zurückhaltung gegenüber Kryptowährungen weiterhin überwiegt: Lediglich drei Prozent der Bürgerinnen und Bürger hätten bislang direkt Kryptowährungen gekauft, vier Prozent hätten indirekt über Fonds oder ETF in diese investiert.

„Vor dem Investieren sollte man sich mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Wege auseinandersetzen – und natürlich sollte sich jede und jeder bewusst sein, dass diese Investitionen risikobehaftet sind“, so Hansen.

Fast ein Fünftel (19 Prozent, 2020: 18 Prozent) bewerte mögliche Risiken aber nicht als Ausschlussgrund für künftige Investitionen. Die Mehrheit (70 Prozent) plane aber, sich auch in Zukunft von Kryptowährungen fernzuhalten.