Ladesäulenverordnung: Kartenzahlungen überzeugen Verbraucher

15.09.2021

In den nächsten Tagen stimmt der Bundesrat über die neue Ladesäulenverordnung (LSV) ab. Die Verbraucher:innen sind sich schon jetzt einig: Beim Bezahlen an der E-Ladesäule würden sie künftig am liebsten die girocard oder Kreditkarte nutzen.

Der aktuelle Entwurf der LSV sieht vor, dass die Integration eines Kartenlesegerätes an öffentlichen Ladepunkten ab dem 1. Juli 2023 für die Betreiber:innen verpflichtend ist. In den letzten Wochen wurde darüber stark diskutiert: Die Energiewirtschaft spricht sich gegen die verpflichtende Anbringung von Kartenlesegeräten aus. Damit werde zum einen der Ausbau des öffentlichen Ladesäulennetzes gebremst, zum anderen führe der Einbau zu steigenden Kosten.

Im Gegensatz hebt ein breites Bündnis an Befürwortern – darunter auch die Deutsche Kreditwirtschaft – hervor, dass die Akzeptanz von Kartenzahlungen unerlässlich sei, um zu gewährleisten, dass alle Verbraucher:innen ihr E-Auto jederzeit spontan und unkompliziert laden können.

Auch die Bürgerinnen und Bürger vertreten eine klare Meinung: An der E-Ladesäule sollte das Bezahlen mit Karte möglich sein. Das ist das Ergebnis einer infas quo-Umfrage im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme (IDZ). Demnach könnten sich rund sechs von zehn Befragten (56 Prozent) den Kauf eines E-Autos vorstellen. Davon würden wiederum mehr als drei Viertel (79 Prozent) die girocard oder Kreditkarte, sowohl in physischer als auch digitaler Form, beim Bezahlen an der E-Ladesäule bevorzugen.

Zudem sei dem Großteil der künftigen E-Mobilisten beim Bezahlen besonders die Wahlfreiheit (78 Prozent) wichtig. Die IDZ betont, dass diese ohne den Einsatz gängiger Debit- und Kreditkarten deutlich eingeschränkt werde. Kartenzahlungen würden den Konsument:innen einen bequemen und sicheren Bezahlvorgang mit transparenten Preisen bieten. Das seien sie schon vom Kraftstoff-Tanken gewohnt.

Status quo versus Verbraucherwunsch
Derzeit können die Bürgerinnen und Bürger an Ladesäulen häufig nur mit einer Ladekarte oder -App der Betreiber:innen oder durch Scannen eines QR-Codes und anschließender Eingabe der Zahlungsdaten über eine mobile Website bezahlen. Diese Zahlverfahren seien bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern jedoch wenig beliebt: Lediglich acht Prozent der potenziellen E-Autofahrer:innen hätten das Bezahlen mit einer Ladekarte oder -App als attraktiv bewertet. Fast genauso wenig (9 Prozent) könnten sich die Abrechnung über eine mobile Website vorstellen.

idz_grafik_ladesaeulenverordnung© Initiative Deutsche Zahlungssysteme

Im Vergleich zu den aktuellen Zahlungsmöglichkeiten an E-Ladesäulen zeigt sich bei den klassischen Kartenzahlungen ein wesentlich höherer Zuspruch: Mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Befragten würde die Zahlung mit der girocard präferieren, gefolgt von der Kreditkarte mit rund 21 Prozent. Knapp dahinter liege die digitale girocard beziehungsweise Kreditkarte (20 Prozent).

Insgesamt würden rund 60 Prozent der künftigen E-Mobilisten den Einsatz gängiger Kartenzahlungssysteme an E-Ladesäulen unterstützen und auch erwarten. Weitere 30 Prozent der Befragten seien davon sogar begeistert.

Für die repräsentative Umfrage wurden im September 2021 mehr als 1000 KFZ-Besitzer:innen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt.