Marktplätze für E-Commerce immer wichtiger

28.10.2021

Online-Shops und hybride Marktplätze setzen neue Maßstäbe: Die Top 1000 Onlineshops in Deutschland verzeichneten im Jahr 2020 einen Gesamtumsatz von knapp 70 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von über 30 Prozent, wie das EHI Retail Institute und Statista in ihrer aktuellen Analyse des E-Commerce-Marktes feststellen.

Das erhebliche Umsatzwachstum sei vor allem durch die Coronapandemie begünstigt worden. Da laut einem gemeinsamen Bericht von EHI und Statista Marktplätze immer mehr an Bedeutung gewinnen, weist die Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2021“ erstmals eine Liste ausgewählter Marktplätze aus.

„Mehr als jeder zweite Onlineshop verkauft auch über Marktplätze. Größere Unternehmen entwickeln sich selbst zu Marktplätzen oder gar Plattformen und investieren große Summen, um der Kundschaft noch mehr Services anzubieten“,

erklärt Lars Hofacker, E-Commerce-Experte beim EHI.

Hornbach, Ikea und Saturn mit starkem Wachstum
Im vergangenen Jahr haben dem EHI/Statista-Bericht zu Folge die 1000 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland 68,8 Milliarden Euro (2019: 51,7 Milliarden Euro) erwirtschaftet. Dies entspreche einem Umsatzwachstum von 33,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das stärkste Wachstum unter den Top 20 verzeichneten hornbach.de (86,2 Prozent), ikea.com (74,3 Prozent) und saturn.de (72,2 Prozent). Das Ranking der umsatzstärksten Onlineshops führe der Branchenprimus amazon.de mit einem Netto-E-Commerce-Umsatz von 13,9 Milliarden Euro an, vor otto.de (4,5 Milliarden Euro) und zalando.de (1,9 Milliarden Euro).

© Statista/EHI Retail Institute

Generell bleibe der E-Commerce-Markt weiter stark konzentriert: 40 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen auf die Top-10-Onlineshops, 31,9 Prozent erwirtschaften die Onlineshops auf den Rängen elf bis 100, so EHI und Statista. Damit würden die Top 100 mit 71,9 Prozent fast drei Viertel des Gesamtumsatzes der Top 1000 verbuchen. 

Generalisten haben hohen Anteil am Umsatz 
Generalisten seien mit einem Anteil von 33,1 Prozent (Umsatz: 22,8 Milliarden Euro) am häufigsten unter den 1000 umsatzstärksten Onlineshops zu finden. Bei den Spezialisten liege das Produktsegment Bekleidung mit einem Anteil von 16,2 Prozent (Umsatz: 11,2 Milliarden Euro) vor dem Produktsegment Unterhaltungselektronik (14,1 Prozent Anteil / 9,7 Milliarden Euro Umsatz). Die verbleibenden Produktsegmente würden einstellige Umsatzanteile verzeichnen.

Marktplätze erstmalig untersucht 
EHI und Statista stellen in der Studie fest, dass 44,8 Prozent der untersuchten Onlineshops ein Shop-Profil auf Amazon besitzen. 36,3 Prozent seien auf Ebay aktiv und 14,4 Prozent nutzten den Online-Marktplatz von Kaufland. In diesem Jahr seien erstmals auch reine Marktplätze wie ebay.de untersucht worden. Das größte Bruttohandelsvolumen (GMV) in Deutschland habe amazon.de mit 35,4 Milliarden Euro. Es folgten ebay.de (11,8 Milliarden Euro) und otto.de (5,5 Milliarden Euro).

© Statista/EHI Retail Institute

Paypal und Kreditkarte dominieren beim Bezahlen
Bei den Bezahlmöglichkeiten würden Wallets in 95,1 Prozent der untersuchten Onlineshops angeboten. Paypal dominiere diesen Bereich mit 94,5 Prozent, in 24,2 Prozent der Fälle könne mit Amazon Pay bezahlt werden. Apple Pay hätte seinen Anteil von 1,1 Prozent auf 5,9 Prozent gesteigert. Dahinter rangieren laut EHI und Statista Kreditkarten (92,2 Prozent), kontobasierte Zahlungsverfahren wie Lastschrift (81,5 Prozent), Käufe per Rechnung (76,0 Prozent) und klassische Zahlungsverfahren wie die Überweisung (75,6 Prozent).