Modern bezahlen - mobil und ohne Kontakt

06.09.2021

Der Trend zum digitalen Bezahlen setzt sich fort, die Bürger:innen greifen immer häufiger auf kontaktlose und mobile Zahlverfahren zurück. Mittlerweile habe sich der Anteil der Mobilzahler:innen beinahe verdreifacht.

Das ist ein Kernergebnis des diesjährigen „Mobile Payment Monitor“ von Visa in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstituts forsa. Hierfür wurden im Juni 2021 rund 1800 Verbraucher:innen in Deutschland (ab 18 Jahren) zu ihrer Einstellung zum kontaktlosen, mobilen und digitalen Bezahlen befragt und das Nutzungsverhalten von Mobilzahler:innen untersucht. Die repräsentative Umfrage wurde nach 2019 und 2020 nun zum dritten Mal durchgeführt.

Demnach sinke die Beliebtheit von Bargeld weiter: 2021 hätte nur noch die Hälfte der Verbraucher:innen (50 Prozent) häufig bar bezahlt. Im Vorjahr habe dieser Anteil noch bei rund 60 Prozent gelegen, vor zwei Jahren seien es sogar noch mehr als zwei Drittel (71 Prozent) gewesen. Die Nutzung mobiler Bezahllösungen sei dagegen gestiegen (2019: 6 Prozent, 2020: 12 Prozent, 2021: 16 Prozent). Die Relevanz von mobilen Bezahlmethoden nehme vor allem bei den jüngeren Verbraucher:innen zu. Innerhalb der Altersgruppen bis 45 Jahre bezahle bereits jede:r Vierte mit einem mobilen Gerät. Bei den über 60-Jährigen seien es lediglich sechs Prozent.

Entwicklung Kontaktloses und mobiles Bezahlen

© Visa Deutschland

Mobile Payment ist auch online im Aufwind
Neben dem Anteil der Mobilzahler:innen habe auch die Häufigkeit der mobilen Zahlungen deutlich zugenommen: Rund 46 Prozent der Befragten, die an der Ladenkasse ihr Smartphone zücken, würden dieses mehrmals wöchentlich tun. Im Vorjahr sei es erst etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) gewesen. Die Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten (77 Prozent) schätze besonders die Schnelligkeit des mobilen Bezahlens.

Die Anzahl der mobilen Zahlungen steige aber nicht nur am Point of Sale; auch im Online-Handel würden die Kund:innen immer häufiger mobile Check-out-Verfahren nutzen. Inzwischen tätige beinahe die Hälfte der Verbraucher:innen (46 Prozent) wesentlich häufiger Online-Einkäufe als vor der Pandemie. Bereits sechs von zehn Befragten (62 Prozent) hätten dabei schon einmal mit dem Smartphone bezahlt – im Vergleich zum Vorjahr entspreche das einem Anstieg in Höhe von sieben Prozentpunkten (2020: 55 Prozent). Bei den 18- bis 35-Jährigen hätten bereits 85 Prozent der Konsument:innen beim Onlineshopping mobil bezahlt, bei den über 60-Jährigen hingegen nur ein Drittel (33 Prozent).

Online-Kauf mit Smartphone und Co.

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Rücksichtsvoll bezahlen
Auch der Einsatz kontaktloser Bezahlmethoden habe sich in den letzten zwei Jahren deutlich erhöht: Während 2019 erst rund die Hälfte der Verbraucher:innen (55 Prozent) berührungslos bezahlt habe, würden dies heute bereits 87 Prozent der Befragten tun. Der zunehmende Gebrauch kontaktloser Zahlungsmittel zeige sich über alle Altersgruppen hinweg. Am stärksten sei der Anstieg mit einem Plus in Höhe von 36 Prozentpunkten aber bei den über 60-Jährigen gewesen (2021: 84 Prozent, 2019: 48 Prozent).

Bezahlen während der Pandemie

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Laut den Studienautor:innen hat insbesondere die Coronapandemie dazu geführt, dass fast ein Drittel der Konsument:innen (31 Prozent) das kontaktlose Bezahlen nun positiver bewertet. Für die Befragten zeichne sich das kontaktlose Bezahlen – wie auch in den Vorjahren – vor allem durch seine Schnelligkeit sowie den Komfort, seltener Bargeld abheben zu müssen, aus. Gleichzeitig gehe die Mehrheit der Verbraucher:innen (68 Prozent) davon aus, dass auch die Verkäufer:innen die Einfachheit des kontaktlosen Bezahlvorgangs bevorzugen. Darüber hinaus seien rund 83 Prozent der Befragten überzeugt, dass sich das geänderte Zahlungsverhalten künftig weiter durchsetzen wird. Bereits jetzt hätten vor allem die jungen Verbraucher:innen (26 Prozent) angegeben, Geschäfte zu meiden, wenn sie dort nicht bargeldlos bezahlen könnten.

„Wir sehen, dass sich die Trends aus dem Vorjahr fortsetzen“, sagt Albrecht Kiel, Regional Managing Director Central Europe bei Visa. „Das kontaktlose Bezahlen ist flächendeckend im Alltag angekommen und mobiles Bezahlen wird in Deutschland kontinuierlich beliebter. Die Zukunft des Bezahlverhaltens wird auch in einer Welt nach der Coronapandemie weiter digital sein. Denn die Menschen möchten die Vorteile der schnellen, sicheren und komfortablen Bezahlmöglichkeiten nicht missen.“

Digitaler Geldbeutel

Relevanz Smartphones

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Das mobile Bezahlen befördere zudem eine Abkehr vom klassischen Portemonnaie. Dieses werde immer seltener als Notwendigkeit betrachtet, da das Smartphone mittlerweile als digitale Wallet dieselben und zahlreiche weitere Funktionen erfüllen kann. Rund 40 Prozent der Befragten würden sich bei einer Wahl zwischen Geldbeutel und Smartphone für Letzteres entscheiden. Derzeit sei der Geldbeutel noch für etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) wichtiger – im Vergleich zu 2019 sei dieser Anteil aber bereits um elf Prozent gesunken (2019: 67 Prozent).