Portugiesen führen in der EU bei Kartenzahlungen

29.07.2021

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Jahresstatistik 2020 zum bargeldlosen Zahlungsverkehr im Euroraum und der Europäischen Union (EU) veröffentlicht. Im Jahr 2020 erhöhte sich dort die Gesamtzahl sämtlicher bargeldloser Zahlungsvorgänge gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 101,6 Milliarden.

Ihr Gesamtwert stieg um 8,7 Prozent auf 167,3 Billionen Euro. Bei 47 Prozent aller Transaktionen habe es sich um Kartenzahlungen gehandelt, 23 Prozent der Zahlungen seien per Überweisung und 22 Prozent per Lastschrift getätigt worden. 

Anzahl und Wert der Kartenzahlungen blieben laut EZB in 2020 mit 47,8 Milliarden bzw. 2,0 Billionen Euro im Großen und Ganzen unverändert. Dies entspreche einem durchschnittlichen Wert von rund 41 Euro je Kartenzahlung. Die Anzahl der im Euroraum umlaufenden Karten mit Zahlungsfunktion habe sich 2020 um 6,5 Prozent auf 609,3 Millionen erhöht. Bei einer Gesamtbevölkerung im Euroraum von 343 Millionen Menschen seien dies im Durchschnitt 1,8 Zahlungskarten je Einwohner.

Laut der Statistik erhöhte sich 2020 die Zahl der Überweisungen innerhalb des Euroraums um 3,2 Prozent auf 23,1 Milliarden, ihr Gesamtwert stieg um 10,3 Prozent auf 155,8 Billionen Euro. Die relative Bedeutung der Anzahl elektronisch initiierter Überweisungen habe weiter zugenommen; das Verhältnis zwischen elektronisch initiierten und beleghaften Transaktionen belaufe sich inzwischen auf rund 15:1. 

Die Zahl der Lastschriften innerhalb des Euro-Währungsgebiets habe sich im letzten Jahr um 4,4 Prozent auf 22,2 Milliarden erhöht, wobei der entsprechende Gesamtwert um 5,2 Prozent auf 6,6 Billionen Euro gesunken sei.

EZB-Statistik 2020

© EZB

Die Nutzung der wichtigsten Zahlungsdienstleistungen im Euroraum im Zeitraum von 2000 bis 2020

Die relative Bedeutung der am häufigsten genutzten Zahlungsdienstleistungen variierte 2020 laut EZB in den einzelnen Euro-Ländern nach wie vor beträchtlich. So konnte zum Beispiel Portugal im Ländervergleich mit rund 70 Prozent den höchsten prozentualen Anteil an Kartenzahlungen – bezogen auf die Gesamtzahl der bargeldlosen Zahlungsvorgänge – verzeichnen. Der höchste Anteil der Überweisungen entfiel mit rund 38 Prozent auf die Slowakei und der höchste Anteil der Lastschriften mit rund 44 Prozent auf Deutschland. 

Im Berichtsjahr habe sich die Gesamtzahl der Geldautomaten im Euroraum um 4,9 Prozent auf 0,29 Millionen verringert, dagegen sei die Anzahl der Zahlungsterminals (POS-Terminals) um 4,3 Prozent auf 12,2 Millionen gestiegen.