Umbruch beim Bezahlen im Alltag

14.08.2020

Das Zahlverhalten in Deutschland durchläuft einen nachhaltigen Wandel. Laut dem "Mobile Payment Monitor 2020" von Visa geht der Trend eindeutig hin zur Karte, vor allem aber auch zum kontaktlosen und mobilen Bezahlen.

Das mit Abstand beliebteste Zahlungsmittel der Bundesbürger sei die Karte mit 56 Prozent – 3 Prozentpunkte mehr als noch in 2019. Bargeld hingegen habe an Beliebtheit verloren: Statt für 38 Prozent seien nur noch für 32 Prozent Münzen und Scheine die erste Wahl beim Bezahlen. Das ergab die repräsentative Online-Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Visa im Mai und Juni bundesweit unter 1800 Verbrauchern in Deutschland über 18 Jahren durchführte.

Trend quer durch die Generationen
Der Wandel im Bezahlverhalten zeige sich besonders in der raschen Entwicklung des mobilen Bezahlens: Die Anzahl der Mobilzahler habe sich innerhalb eines Jahres von 6 Prozent auf 12 Prozent verdoppelt. Vor allem bei der jüngeren Generation (18 bis 35 Jahre) habe jeder Fünfte bereits mobil gezahlt. Bei der Gruppe der über 61-Jährigen würden 8 Prozent mobil zahlen, ein Anstieg von 6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Das zeige, dass hier durchaus eine generationenübergreifende Entwicklung stattfinde. 

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© Visa

Doch auch kontaktloses Bezahlen hat laut der Studie einen Schub erfahren: 75 Prozent der Befragten hätten schon kontaktlos bezahlt – ein Anstieg von 20 Prozent zum Vorjahr. Die Häufigkeit, mit der kontaktlos bezahlt wird, sei ebenfalls gestiegen: 64 Prozent der Befragten würden mindestens einmal pro Woche kontaktlos mit der Karte zahlen – im Jahr zuvor gaben dies nur 50 Prozent der Befragten an. 

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Hygiene- und Convenience-Faktoren pushen digitales Bezahlen
Ursache für diesen Wandel seien die mit der Pandemie einhergehenden Hygienebedenken beim Bezahlen mit Scheinen und Münzen. 55 Prozent der Befragten würden es vorteilhaft finden, dass sie beim kontaktlosen Bezahlen weder mit dem Kassenterminal noch mit Bargeld in Kontakt kommen. Jeder Dritte (38 Prozent) bezahle nun auch öfter kontaktlos als noch vor der Corona-Krise. 

Neben dem Hygienefaktor würden Convenience-Aspekte beim Umdenken der Verbraucher die größte Rolle spielen. 90 Prozent der Konsumenten legen laut Studie Wert darauf, den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten; und 95 Prozent der befragten Mobilzahler hätten angegeben, nun auch besser nachvollziehen zu können, wie viel Geld sie wo ausgegeben haben. Unabhängigkeit von Bargeldabhebungen sowie der schnellere Bezahlvorgang seien als weitere Vorteile des mobilen Bezahlens genannt worden. Ganze 84 Prozent der Mobilzahler würden nicht mehr darauf verzichten wollen.

Zudem werde deutlich, dass Verbraucher nun flächendeckend digitale Bezahlmöglichkeiten erwarten. Auch geringe Beträge, beispielsweise beim Bäcker oder in anderen kleinen Geschäften, würden 48 Prozent gerne kontaktlos bezahlen. 15 Prozent hätten sogar angegeben, Geschäfte, in denen nur Bargeld akzeptiert werde, zukünftig zu meiden. Darüber hinaus würden 85 Prozent der Mobilzahler noch häufiger mit ihrem Smartphone zahlen, wenn es flächendeckend an allen Kassen in Deutschland möglich wäre.