Unterstützung für europäisches Zahlungssystem

09.11.2021

Sieben EU-Länder machen sich für ein einheitliches europäischen Zahlungssystem stark. Die Initiative EPI könne die Unabhängigkeit von anderen Weltregionen steigern, sagte Finanz-Staatssekretär Jörg Kukies.

Die EU-Länder Deutschland, Frankreich, Spanien, die Niederlande, Polen, Finnland und Belgien unterstützen in einem Positionspapier die Initiative EPI, in der sich Dutzende Banken zusammengeschlossen haben. Zu der European Payments Initiative (EPI) gehören etwa Deutsche Bank, Commerzbank, ING aus den Niederlanden, Santander aus Spanien, Unicredit aus Italien, und BNP Paribas aus Frankreich.

Die vielversprechende Initiative habe das Potenzial, Zahlungen in Europa zu erleichtern, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und den Binnenmarkt zu stärken, sagte Finanz-Staatssekretär Jörg Kukies. Damit könne Europa digitaler werden. Gemeinsames Ziel sei, Bezahlmöglichkeiten zu schaffen, die sicher, innovativ und für alle zugänglich seien. Die Unabhängigkeit von anderen Weltregionen könne so gesteigert werden.

Das zweiseitige Positionspapier der EU-Länder bemängelt, dass der Markt für Zahlungsdienstleistungen noch immer stark zersplittert sei. Die Systeme passten oft nicht zusammen, es gebe zu viele nationale Lösungen. Die Zeit sei gekommen für europäische Lösungen: „Das würde den Wettbewerb und Innovationen steigern.“ Europa könnte so auch mehr Kontrolle über sehr sensible Daten zurückgewinnen.

Der Zahlungsverkehrsmarkt wird stark vom US-Dienst Paypal geprägt. Europäer wollten schnelle und sichere Zahlungsmöglichkeiten, aber ihren Anbieter auch selbst wählen können, heißt es in dem Papier. Den größten Nutzen könne EPI bei einer europaweiten Verbreitung stiften. Weitere Länder seien aufgerufen, sich der Initiative anzuschließen. Die Staaten bieten an, bei elektronischen Identitätsnachweisen und Digitalwährungen zusammenzuarbeiten. (rtr)