Von Kieler Woche, Sparkasse POS, Generation Z und Payment-Showroom

24.06.2021

Im zweiten Teil der Rückschau auf das digitale 19. Payment-Symposium geht es um die neue App Sparkasse POS, die Payment-Aktivitäten der Förde Sparkasse, Payment als Kundenzugang im E-Commerce und die Einstellungen der Generation Z.

Tanja Moll, Vertriebsleiterin der S-Payment, berichtete im Referenten-Tandem mit Roland Olpp, Abteilungsleiter Payment der Kreissparkasse Heilbronn, über die Pilotierung der kürzlich gelaunchten App „Sparkasse POS“ in der Kreissparkasse. S-POS ist eine Software-Lösung, mit der Geschäftsleute Kartenzahlungen ihrer Kunden an einem handelsüblichen Android™-Smartphone akzeptieren können – ganz ohne zusätzliche Akzeptanz-Hardware.

Die App ist vor allen Dingen für kleine und mittelständische Firmenkunden gedacht, eine ganz wichtige Kunden-Zielgruppe für die Sparkassen: Sie ermöglicht es zum Beispiel Wochenmarkt-Beschickern, Handwerkern, Erdbeer- oder Sonnenblumenfeld-Betreibern, Taxi-Unternehmern, Kiosken, Vereinen oder Hofladenbesitzern, Kartenzahlungen überall anzunehmen - ganz ohne zusätzliche Akzeptanz-Hardware. Sparkasse POS ist die erste Akzeptanz-App im deutschen Markt, an der auch Zahlungen mit der girocard, dem hierzulande erfolgreichsten und beliebtesten Zahlverfahren, möglich sind. 

Die Kreissparkasse Heilbronn testete die App im Rahmen eines Pilotprojekts in ihrem Mitarbeiterrestaurant. Roland Olpp resümierte die Pilotierung insgesamt als überaus positiv, verwies aber vereinzelt auch auf Verbesserungspotenzial in der praktischen Anwendung. 

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© Ingrid Wenzel

Payment- Fokusthema in der Förde Sparkasse
Holger Thielen, Bereichsleiter Vorstandsstab der Förde Sparkasse, machte deutlich, dass das Thema Payment für die Sparkassen nicht mehr nur ein reiner Kostenfaktor, sondern vielmehr ein Erfolgsfaktor sei. Durch die wachsende Vernetzung von Payment-Angeboten (zum Beispiel Terminals, Warenwirtschaft, Kassensysteme, Online-Shops, Mobile Payment etc.) entstünden für Wettbewerber immer mehr Angriffspunkte, um mit den Geschäftskunden der Sparkassen ins Gespräch zu kommen. Es sei daher notwendig, Kompetenzen aufzubauen sowie Komplett-Angebote aus einer Hand zu entwickeln, um die Bedürfnisse der eigenen Firmenkunden zu erkennen und abzudecken. 

Thielen stellte eine Reihe aktueller Projekte in der Region vor, die die umfassende Payment-Kompetenz der Förde Sparkasse dokumentieren: Etwa die Partnerschaft mit der traditionsreichen „Kieler Woche“, in deren Rahmen sie die Schausteller und Budenbetreiber für die Akzeptanz bargeldloser Zahlverfahren ausstattet. Projektpläne gebe es auch mit der Kieler Verkehrsgesellschaft, in deren Bussen nach der Einführung von WLAN-Empfang nun auch das kontaktlose Bezahlen des Bustickets auf der Agenda stehe. Gespräche führe sein Haus auch mit dem knapp am Erstliga-Aufstieg vorbeigeschrammten Fußballklub Holstein Kiel zur Modernisierung und Digitalisierung des Payments im Heimstadion. Dies könne neben dem reinen Bezahlen auch FanCard-Funktionen, eine Fan-App oder das Ticketing umfassen, sagte Thielen. 

Ein Highlight sei auch der „Payment Showroom“ in der Kieler Hauptfiliale der Förde Sparkasse: In dem 3,50 mal 3,50 Meter großen Multimedia-Würfel können Kunden an Touchscreens, Tablets und verschiedenen Terminals die Möglichkeiten des bargeldlosen Bezahlens selbst ausprobieren und erleben. „Mit diesem Showroom untermauern wir erneut unsere Payment-Kompetenz“, sagte Thielen. Im Inneren des Showrooms hängen zwei Touch-Displays, einer für Firmenkunden, einer für Privatkunden, auf denen Besucher sich leicht über verschiedene Videos und Tutorials über die Möglichkeiten des kontaktlosen Bezahlens informieren können.

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© Ingrid Wenzel

Hat das Kundenzugang oder kann das weg?
Digital-Experte Stefan Wenzel, seit über 20 Jahren im E-Commerce-Business sowohl auf Händler-, Marken- und Marktplatz-Seite tätig, beleuchtete in seinem Vortrag die Veränderungen im Konsumenten-Markt: Der stationäre Handel verliere zunehmend an Volumen, wovon der Online-Handel besonders im letzten Jahr profitierte habe – diese Verschiebungen seien aber bereits vor der Pandemie sichtbar gewesen.

Der Wettbewerb im E-Commerce drehe sich zentral um den Zugang zu den Kund:innen, den gerade große Plattformen erfolgreich beanspruchen würden. Deshalb würden auch zunehmend Payment-Dienstleister die Entwicklung zu einer Plattform anstreben.

Sie haben laut Wenzel den Vorteil „echte Transaktionen“ als valide Datenpunkte für die Gestaltung des Kundenzugangs heranziehen zu können. Abschließend prognostizierte er, dass sukzessiv alle großen Plattformen anstreben werden, Payment-Funktionalitäten einzubinden. 

Wer die Generation Z nicht kapiert, verliert!
Die Konsument:innen von morgen werden häufig als „Digital Natives“ bezeichnet, da die jüngeren Generationen mit der Digitalisierung aufgewachsen sind – ein Leben ohne Smartphone, Internet und Co. kennen sie nicht. Die Älteren hingegen nehmen neue Technologien oft als Bedrohung wahr, die daraus resultierende Ablehnung wirkt sich negativ auf das Vertrauen in die junge Generation aus.

Das grundlegende Problem ist laut Felix Beilharz, Experte für Online- und Social Media Marketing, die „Kommunikationskluft“ zwischen den Generationen, deren Ursache er anhand von vier Thesen unter Einbezug der Mediennutzung sowie dem Kaufverhalten der Generation Z beleuchtete. Beilharz resümierte, dass auch die Kommunikation unter dem Motto „Mobile First“ laufen müsse, um die jungen Menschen und ihre Gefühle sowie Erwartungshaltungen zu verstehen. 

Digitales Format kommt an
Die Resonanz aus dem Teilnehmerkreis auf das Payment-Symposium, das im zweiten Jahr in Folge als virtuelles Event stattfand, fiel auch dieses Jahr äußerst positiv aus: „Danke für diesen tollen Tag. Digitale Veranstaltungen sind nicht immer leicht zu verfolgen. Heute war das aber absolute Spitzenklasse!!“, schrieb ein Teilnehmer im Chat. Lob gab es auch von einer weiteren Teilnehmerin: „Sehr großes Kompliment. War ein super Tag mit vielen wertvollen Inhalten!“