Welcher Bezahltyp sind Sie?

30.10.2020

Bezahlt die jüngere Generation häufiger bargeldlos als die Senioren? Ist Mobile Payment nur ein Trend in der Großstadt? Ein Blick auf die Bezahltypen der Republik zeigt: Einige Stereotype halten der Realität nicht mehr stand.

So ist laut einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme die Girocard mit geringen Schwankungen nahezu gleich über alle Geschlechter, Alters-, Berufs-, und Einkommensgruppen sowie Regionen verteilt. Rund 96 Prozent aller Befragten besitzen mindestens eine Girocard. 

Der Typ „Kartenzahler“ wagt gerne Neues 
Ein genauer Blick auf die Bezahltypen hierzulande verrät teils Überraschendes. Die generelle Präferenz für die Kartenzahlung sei über die Geschlechter beispielsweise exakt gleich verteilt (39 Prozent). Der durchschnittliche Typ „Kartenzahler“ ist laut der Studie mittleren Alters (30 bis 44 Jahre alt). Jeder Zweite (49 Prozent) in diesem Alterssegment zahle generell am liebsten mit Karte. Bei der Wahl zwischen Girocard und Kreditkarte sei sein Favorit mit großem Abstand die Girocard (65 Prozent) vor der Kreditkarte (14 Prozent). 

Wer auf die Karte setzt, probiere gerne auch Neues: Das kontaktlose Zahlen mit dem Smartphone stoße bei den Kartenzahlern auf Beliebtheit. 41 Prozent von ihnen könnten sich vorstellen, so zu bezahlen, 13 Prozent hätten es bereits ausprobiert und auch das Geldabheben direkt an der Supermarktkasse sei von jedem Zweiten (53 Prozent) aus dieser Gruppe bereits genutzt worden.

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© Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.

Kein Stadt-Land-Gefälle bei „Smartphone-Zahlern“ 
Noch etwas jünger als der klassische „Kartenzahler“ ist der „Smartphone-Zahler“: Geschlechterübergreifend gebe es schon viele, die sich für modernes Bezahlen interessieren und es ausprobieren. Der typische „Smartphone-Zahler“ ist laut Allensbach jedoch tendenziell männlich, zwischen 16 und 29 Jahren alt und bezahlt vor allem Beträge unter 25 Euro am liebsten mit dem Handy (86 Prozent). Fast jeder (93 Prozent) dieses Typs finde diese Art zu zahlen einfach in der Handhabung, 88 Prozent sagten, es ginge besonders bei kleineren Beträgen (bis 25 Euro) schnell. 

Anders als oftmals angenommen, sei Mobile Payment jedoch nicht nur ein Großstadt-Trend. Kontaktlos mit dem Smartphone zu zahlen, könnten sich mit rund 24 Prozent gleich viele Bewohner aller Regionen Deutschlands vorstellen – egal ob aus dem Dorf, der Kleinstadt, oder der Metropole. Ein Großteil der „Smartphone-Zahler“ (71 Prozent) hätte außerdem keinerlei Umstellungsprobleme, würde Bargeld abgeschafft werden. Damit unterscheide er sich deutlich vom Karten- (37 Prozent) und vor allem vom Barzahler-Typ (vier Prozent). 

Der klassische „Barzahler“ ist häufiger älter 
Nach wie vor zahlt laut der Untersuchung jeder zweite Bundesbürger noch lieber in bar (52 Prozent). 55 Prozent der Frauen bevorzugten Scheine und Münzen im Vergleich zu 49 Prozent der Männer. Der typische „Barzahler“ sei 60 Jahre und älter und erledige Bankgeschäfte traditionell in der Bankfiliale (68 Prozent). Auch über das Bezahlen hinaus setze er eher auf Traditionelles, kaufe lieber in Geschäften vor Ort ein (79 Prozent) als im Internet (8 Prozent) und bevorzuge das reguläre Fernsehprogramm (80 Prozent) vor Streaming-Diensten (13 Prozent). Auch das Geldabheben an der Supermarktkasse werde im Vergleich zu allen Befragten (35 Prozent) von diesem Typ weniger genutzt (19 Prozent). Allerdings gebe knapp ein Drittel der „Barzahler“ (30 Prozent) an, seit der Coronapandemie häufiger mit Karte zu zahlen. 

Über alle Befragten hinweg zeigt die Allensbach-Studie: Es waren vor allem Frauen, die in der Krise bereitwilliger ihr Zahlverhalten geändert und häufiger zur Karte gegriffen haben (41 Prozent) als Männer (36 Prozent). 

Die Studie zeige, dass das Bezahlverhalten der Bevölkerung divers sei und sich wandele. Ein Trend hin zur Kartenzahlung und zum mobilen Bezahlen mit dem Smartphone sei bei allen Gruppen gleichermaßen sichtbar. Die Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme stützt sich auf insgesamt 1237 Interviews (Juli 2020) mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre.