Wie bezahle ich - eine Generationenfrage?

30.08.2019

Beim Bezahlen unterscheiden sich noch die Generationen: Eine Mehrheit der 16- bis 44-Jährigen hat ihre letzten Einkäufe laut eigener Aussage meistens mit Karte bezahlt.

Besonders bei den unter 30-Jährigen zeigt sich ein großer Wandel: Innerhalb nur eines Jahres stieg der Anteil von 39 Prozent auf 51 Prozent. Auch bei den 30- bis 44-Jährigen bevorzugt eine Mehrheit (52 Prozent) die Karte. Die Bevölkerung ab
45 Jahren hingegen griff bei den letzten Einkäufen an der Kasse in großen Teilen (69 Prozent) meistens zu Scheinen und Münzen. Gesamtgesellschaftlich zeigt sich: Haben Befragte Bezahlverfahren wie girocard kontaktlos selbst schon ausprobiert, beeinflusst das ihr Urteil über die Bezahlart positiv. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, das im Auftragder Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. im Juni und Juli dieses Jahres 1.228 Personen ab 16 Jahren befragte.

Der Trend geht zur Kartenzahlung
Auch wenn über alle Befragten hinweg Bargeld (60 Prozent) noch vor der Karte
(39 Prozent) am häufigsten genutzt werde, vollziehe sich ein Wandel hin zur Kartenzahlung. Diesen Trend bestätigt auch die aktuelle Halbjahresstatistik der Deutschen Kreditwirtschaft (DK): Sie verzeichnet für die girocard im ersten Halbjahr 2019 einen deutlichen Transaktionszuwachs von rund 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ein Grund für die vermehrte Kartenzahlung ist das kontaktlose Bezahlen.

Fast jeder Bürger hierzulande besitzt laut Allensbach-Studie eine girocard
(94 Prozent), unabhängig von Einkommens- und Altersgrenzen. Der Kreis der Inhaber, die laut eigener Aussage mit ihrer Karte auch kontaktlos bezahlen können, wachse kontinuierlich: Von 13 Prozent im Jahr 2017 auf 44 Prozent heute. Laut
DK-Statistik war im ersten Halbjahr 2019 schon mehr als jede fünfte Bezahlung im girocard System kontaktlos. Die jüngere Altersgruppe zeige sich auch hier nutzerfreudig: Laut Allensbach-Umfrage hat knapp jeder Zweite der unter
30-Jährigen mit Karte bereits kontaktlos bezahlt (47 Prozent). Gesamtgesellschaftlich sei es fast jeder Dritte (30 Prozent). Über alle Altersgrenzen hinweg sei erkennbar, dass all jene, die die Kontaktlos-Funktion ihrer girocard schon selbst genutzt haben, ihre Vorteile besonders hervorheben. Drei Viertel
(76 Prozent) derjenigen, die bereits kontaktlos gezahlt haben, finden es außerdem einfacher, als die Karte zu stecken (gesamtgesellschaftlich: 51 Prozent). 73 Prozent fänden das Verfahren modern (gesamtgesellschaftlich: 52 Prozent).

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Zukunftsvision – ganz ohne Bargeld
Das theoretische Gedankenspiel einer Welt ohne Bargeld erlaube es, einen Blick auf die Präferenzen in Bezug auf die elektronischen Bezahlverfahren in der Bundesrepublik zu werfen. Besonders innovationsbereit zeigen sich hier die Jüngsten: 40 Prozent der 16- bis 29-Jährigen würden dann am liebsten mit dem Smartphone bezahlen. Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede: Insgesamt würden Stand heute 22 Prozent der Männer, aber nur 17 Prozent der Frauen das Smartphone innerhalb dieses Szenarios bevorzugen. Alters- und geschlechtsübergreifend präferieren innerhalb dieser theoretischen Welt über drei Viertel der Befragten die girocard als Bezahlsystem. Die Umstellung auf eine rein bargeldlose Bezahlung würde jedoch vor allem der älteren Generation schwerfallen: Knapp drei Viertel von Ihnen geben an, eine Umstellung wäre für sie sehr schwer oder eher schwer. 67 Prozent der 16- bis 29-Jährigen hingegen fänden dies sehr leicht oder eher leicht.