Bundesbank: Coronakrise beflügelt Kontaktlos-Trend

04.05.2020

Laut der Deutschen Bundesbank zahlen in der Coronakrise immer mehr Verbraucher in Deutschland ihre Einkäufe kontaktlos mit Girocard oder Kreditkarte.

„Auch die Nutzung des Smartphones an der Kasse ist inzwischen Alltag“, sagte Vorstandsmitglied Burkhard Balz kürzlich in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Laut einer Bundesbank-Umfrage unter rund 2000 Verbrauchern hätten in den vergangenen Wochen 43 Prozent der Menschen ihr Zahlungsverhalten verändert. Anfang April seien es nur 25 Prozent gewesen. „Von denen, die etwas änderten, zahlen jetzt 68 Prozent häufiger kontaktlos mit Karte“, sagte Balz. Einen Grund für den Trend sieht Balz darin, dass die Kreditwirtschaft das Limit für kontaktlose Kartenzahlungen ohne PIN von 25 auf 50 Euro erhöht habe.

Hierzu ist allerdings zu bemerken, dass die Limit-Erhöhung sich kaum bereits im April auf die Nutzung des kontaktlosen Bezahlens ausgewirkt haben kann. Die Umstellung der Kassenterminals startete gerade erst am 15. April und zunächst auch nur in den Ballungszentren Frankfurt, Hamburg, Kassel und München. Hier werden die ersten 6000 von insgesamt 756.000 kontaktlosfähigen Terminals umgestellt. Es wird voraussichtlich bis Herbst 2020 dauern, bis bundesweit alle Terminals umgestellt sind. Aussagekräftige Effekte der Limit-Erhöhung auf die Kontaktlos-Nutzungszahlen sind daher erst für die Sommermonate zu erwarten.

Eine generell positive Entwicklung des bargeldlosen Bezahlens in Zeiten der Coronapandemie hatte die Sparkassen-Finanzgruppe vor Kurzem für den Monat März gemeldet: Sparkassen-Kunden zahlten 11,4 Prozent mehr Einkäufe mit der Girocard als im Februar. Der Anteil der kontaktlosen Zahlungen lag im März bei 52,2 Prozent – ebenfalls ein neuer Rekordwert.

Bundesbank-Vorstand Balz äußerte weiterhin, er wünsche sich mehr Tempo bei der Entwicklung eines europäischen Systems für das Bezahlen an der Ladenkasse, im E-Commerce und zwischen Privatpersonen. Er zeigte sich aber zuversichtlich: „Die Pandemie unterstreicht ja auf vielen systemrelevanten Feldern die Bedeutung einer europäischen Systemsouveränität.“