Bei Decathlon geht's sportlich an der Kasse vorbei

27.05.2020

In 14 von 81 deutschen Filialen des Sportartikel-Händlers Decathlon müssen die Kunden seit Ende April zum Bezahlen nicht mehr zwingend an die Kasse. Mit der App "Scan & Go" des britischen Start-ups Mishipay können sie quasi direkt am Regal bezahlen.

Decathlon bietet laut eigener Aussage als erster Sport-Retailer in Deutschland eine kassenlose Bezahlmöglichkeit in seinen Filialen. Das Unternehmen schließt sich damit einer wachsenden Zahl von Händlern an, die Interesse an kassenlosen Einkaufslösungen zeigen, ohne jedoch komplett auf kassenlose Läden umstellen zu wollen – so wie es etwa Amazon mit seiner „Just-Walk-Out“-Technologie anbietet, wir berichteten.

Kunden ausgewählter Decathlon-Filialen können ihre Sportausrüstung nun kaufen, ohne an der Kasse anstehen zu müssen. Mithilfe der „Scan & Go“-App, die sowohl im Play-Store als auch im Apple-Store verfügbar ist, können sie Produkte mit dem Smartphone scannen und in den virtuellen Warenkorb legen. Wenn sie mit ihrem Einkauf fertig sind, müssen sie ihren Warenkorb in der App nur noch bestätigen und bezahlen – so wie sie es auch von Online-Shops gewohnt sind. Als Bezahlverfahren akzeptiert Decathlon aktuell Kreditkarte oder PayPal. Weitere Zahlverfahren sollen folgen.

Nach aktuell vorliegenden Informationen können die Kunden in 14 von insgesamt 81 Decathlon-Filialen hierzulande „Scan & Go“ nutzen, unter anderem in Berlin, Ludwigshafen, Köln und München. Decathlon versteht die Handy-Lösung als optionales Zahlungsmittel in den Filialen. Ein Umstieg auf komplett kassenlose Läden sei nicht geplant.

Self-Check-out interagiert mit RFID-Funktechnik

Die App ist mit der von Decathlon eingesetzten RFID-Funktechnik verknüpft. Alle Produkte sind mit einem RFID-Tag und einer individuellen Nummer gekennzeichnet. Im Checkout-Bereich würde ein Alarm ausgelöst, wenn ein Kunde den Laden mit unbezahlter Ware verlassen wollte. Per „Scan & Go“ bezahlte Waren werden aber im IT-System sofort ausgebucht. Die Warensicherung der Artikel wird deaktiviert und der Kunde kann die Filiale verlassen, ohne einen Alarm auszulösen.

Statt der App kann auch ein Web-Interface geöffnet werden, das heißt der Kunde kann auch den Browser seines Mobilgerätes nutzen. Für beide Varianten benötigt der Kunde jedoch ein kostenloses „MyDecathlon“-Konto. Er muss also Mitglied im unternehmenseigenen Loyalty-Programm sein oder werden, wenn er den mobilen Self-Check-out nutzen möchte. Der Versand des elektronischen Kassenbons läuft ebenfalls über diesen Account.