Schnell, schneller, kontaktlos bezahlen

21.02.2020

Kontaktloses Bezahlen geht an der Kasse am schnellsten. Das zeigt eine aktuelle Studie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn.

Zeit beim Zahlen verlieren möchte wohl niemand. Doch bei der Frage, welches Zahlungsmittel am schnellsten sei, scheiden sich die Geister. Die Studie „Payment 2019“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn (DHBW) bestätigte jetzt, dass das kontaktlose Zahlen per Karte und Smartphone mittlerweile das schnellste Zahlverfahren im Handel ist. Ludwig Hierl, Professor insbesondere für Accounting, Controlling und Finance und DHBW-Absolventin Julia Pak analysierten über 3.000 Transaktionen in verschiedenen Lebensmitteleinzelhandel (LEH)-Filialen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Wissenschaftler untersuchten umfassend die Faktoren Zahlungsart, -dauer, -betrag und Kundenalter und stellten Zusammenhänge zwischen den einzelnen Größen her.

Bislang kassierte das Bargeld die Lorbeeren

Noch Anfang 2019 hieß es in der Studie der Deutschen Bundesbank gemeinsam mit dem EHI-Retail-Institut, dass das Bargeld mit einer durchschnittlichen Transaktionsdauer von 22,3 Sekunden das schnellste Zahlungsmittel in Deutschland sei. Zahlungen per Karte und PIN würden dagegen durchschnittlich 29,4 Sekunden dauern, Zahlungen per Karte und Unterschrift durchschnittlich 38,6 Sekunden. In dieser Studie wurden seinerzeit kontaktlose Bezahlmethoden jedoch noch nicht berücksichtigt.

Kontaktloszahlungen fast 5 Sekunden schneller als Barzahlungen

Wie die DHBW-Studie jetzt zeigte, gehen Barzahlungen schnell – doch kontaktlose Zahlungen sind schneller. Bei einer Zahlung ohne PIN-Eingabe werde am schnellsten kontaktlos mit Karte (14,64 Sekunden) und noch schneller mit Mobiltelefon (14,34 Sekunden) bezahlt. Die Dauer des Zahlungsvorgangs stelle für die Händler einen wichtigen Kostenfaktor dar, für die Kunden bedeute es, den Einkauf schnell abschließen zu können.

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© DHBW

Ältere Kunden benötigen mehr Zeit – außer bei den Kontaktloszahlungen

Senioren brauchen laut Studie mehr Zeit beim Einstecken der Karte, bei der PIN-Eingabe oder beim Überprüfen des Wechselgelds. Mit zunehmendem Alter dauere der Zahlungsprozess daher etwas länger. Das sei sowohl bei der Barzahlung als auch bei der Kartenzahlung mit PIN der Fall. Beim kontaktlosen Bezahlen entfalle dagegen das Stecken der Karte und in der Regel die PIN-Eingabe, daher sei dies auch für ältere Kunden einfach durchzuführen. Sie könnten daher ihre Käufe mit dieser Bezahlmethode am schnellsten abwickeln.