E-Wallets gewinnen weltweit Marktanteile

31.10.2019

Globale Bezahlsysteme bedrohen Erträge von Banken, so eine aktuelle Bain-Studie. Dort ist auch zu lesen, wie Kreditinstitute ihr angestammtes Geschäft im Zahlungsverkehr verteidigen können.

Bain Studie

(© iStock/PonyWang)

Apple Pay, TransferWise oder WeChat: Weltweit integrieren immer mehr Unternehmen Bezahlfunktionen oder kreieren neue Geschäftsmodelle rund um Bezahlsysteme. Was für die Kunden das Einkaufen bequemer macht, bedroht insbesondere die Geschäftsmodelle der Banken im Zahlungsverkehr. Das prognostiziert die Unternehmensberatung Bain & Company in ihrer Studie „Payments Just Want to Be Free – How Can Providors Adapt?“ Die Untersuchung fokussiert auf die Zukunft von Bezahlsystemen und die Konsequenzen für die Kreditwirtschaft und den Handel.


E-Wallets in Asien immer beliebter

Die Innovationsgeschwindigkeit im elektronischen Zahlungsverkehr nimmt zu. Digitale Bezahlsysteme rücken vor allem in Asien immer stärker ins Rampenlicht. Dort dürften E-Wallets nach der Studie bereits in den kommenden drei Jahren Bargeld als das meistgenutzte Zahlungsmittel im stationären Handel ablösen. Im Jahr 2022 würden weltweit voraussichtlich mehr als ein Viertel aller Zahlungen in Geschäften und nahezu die Hälfte im Online-Handel mithilfe der virtuellen Geldbörse erfolgen.


Derzeit belaufen sich laut der Studie die weltweiten Erträge im Zahlungsverkehr auf rund 830 Milliarden US-Dollar. Sie würden sich etwa zur Hälfte auf B2B-Transaktionen einerseits und B2C- sowie C2C-Geschäfte andererseits verteilen. Besonders lukrativ seien grenzüberschreitende Zahlungen und Geldtransfers von und zwischen Privatleuten.


Die Studienmacher von Bain & Company sind davon überzeugt, dass das Bezahlen Teil anderer Produkte und Services werden wird und dass die Tage der Gebühren bei reinen Bezahlvorgängen gezählt sind. Bezahldienstleister müssten deshalb einen Mehrwert schaffen, zum Beispiel besonders bequeme Bezahlmöglichkeiten, integrierte Lösungen wie Datenauswertungen oder komplette Softwarelösungen. Solche Dienste würden in zehn Jahren zwischen 50 und 80 Prozent der Gewinne von Bezahlsystemanbietern ausmachen.

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(© Worldplay, Inc.)

Geschäft mit dem Zahlungsverkehr stärken


Banken und Sparkassen haben der Studie nach drei Möglichkeiten, ihr Geschäft rund um Bezahlsysteme und den damit verbundenen direkten Kundenkontakt zu verteidigen:

  • Sie können Wettbewerber übernehmen und ihre Effizienz- und Innovationsgeschwindigkeit erhöhen. Dadurch lassen sich auch weitere Geschäftsfelder erschließen sowie Cross-Selling-Möglichkeiten schaffen.
  • Sie können E-Commerce-Transaktionen vereinfachen, zum Beispiel durch die Integration von Bezahlfunktionen. Das ist eine Option insbesondere bei Einzelhändlern.
  • Sie können ihr Leistungsspektrum ausbauen, wie dies Vorreiter heute schon anbieten. Beispiele: Unterstützung bei der Betrugserkennung oder die Kreditvergabe an Verbraucher und Händler.