Handel sieht Bargeld-Dominanz bröckeln

24.02.2020

Bargeld ist auf dem Rückzug - das ergab die "Mobile in Retail"-Studie 2019. Die befragten Händler glauben, dass 2024 nur noch 40 Prozent der Einkäufe im Geschäft bar bezahlt werden.

Mobiles Bezahlen gewinnt immer mehr Fans

Mobile Payment ist am Point of Sale angekommen. Bargeld verliert an Marktanteilen. Darin sind sich laut den Studienmachern von GS1 Germany (GS1) alle Teilnehmer einig. So glaubten zum Beispiel die befragten Händler, dass Barzahlungen an der Ladenkasse jährlich um jeweils zirka zwei Prozent zurückgehen werden. 2022 würden demnach nur noch 44 Prozent der Einkäufe im Geschäft mit Münzen und Scheinen bezahlt und 2024 nur noch 40 Prozent. Die befragten Banken gehen laut GS1 davon aus, dass dann ein Drittel aller Kaufbeträge mobil beglichen werde.

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© GS1 Germany GmbH

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Das Beratungsunternehmen befragte in der B2B-Studie renommierte Händler, Banken, Wallet-Anbieter, Kreditkartenorganisationen, Zahlungsverkehrsdienstleister und Markenartikler zu ihrer Einschätzung von Herausforderungen, Potenzialen und Erwartungen im Mobile Commerce.

Die zunehmende Verbreitung von Mobile Payment bringe aber aus Sicht von Banken, Händlern und Zahlungsanbietern auch Risiken und Herausforderungen mit sich: Nach Meinung der Handelsunternehmen könnten zum Beispiel direkt oder indirekt höhere Kosten für die Bezahlabwicklung entstehen. Weiterhin sehen sie die Gefahr, dass die Bigtechs, wie zum Beispiel Apple oder Google, Einkaufsströme zum Nachteil des jeweiligen Händlers umlenken, also Kunden zum Wettbewerber führen könnten. Oder dass sie als zusätzlicher Player in der Wertschöpfungskette am Erlös bei Zahlungsvorgängen partizipieren wollten.

Mobile_in_Retail_Studie_2019_Gefahren durch BigTechs

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Banken erwarten, dass sie demnächst mit Wettbewerbern um die beste Platzierung innerhalb der Mobile Wallets bieten müssen. Hier meldet die Studie ein erfreuliches Ergebnis für die Sparkassen-Finanzgruppe: Die Mehrheit der befragten Händler (56 Prozent) würde ihre digitalen Coupons und Kundenkarten am liebsten in eine Sparkassen-App legen.

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Laut GS1 werde derjenige beim Kunden punkten, der die attraktivsten Mehrwertservices im digitalen Portemonnaie anbiete. Die befragten Unternehmen und Institutionen können sich als digitalen Mehrwertdienst innerhalb einer Mobile Wallet insbesondere den digitalen Kassenbon sehr gut vorstellen. Darüber hinaus würden sich Coupons und Punktesysteme anbieten, um Kaufanreize zu schaffen und Kunden zu binden.

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Papiercoupons punkten weiterhin beim Verbraucher

Auch im Zeitalter von Online-Shopping und der wachsenden Zahl mobiler Shops seien analoge Angebotsaktionen immer noch gefragter als digitale Handzettel und mobile Coupons. Bei 55 Prozent der befragten Markenhersteller würden nach wie vor mehr Print- als digitale Coupons eingelöst. Das liege laut GS1 auch daran, dass die erforderlichen Technologien und Prozesse am POS noch nicht optimal implementiert seien. Mobile Coupons würden die Studienteilnehmer mit großer Mehrheit (75 Prozent) per E-Mails verteilen. Weit dahinter folgten mit 25 Prozent die Distribution über soziale Medien, SMS und neutrale Couponing-Apps.