Die Girocard glüht an den Kassen des Einzelhandels

05.05.2022

Die Girocard ist jetzt das klar stärkste Bezahlverfahren an den Kassen des deutschen Einzelhandels. Mit einem Umsatzanteil von 42,2 Prozent lag sie im Jahr 2021 deutlich vor Bargeld (38,5 Prozent) und jedem anderen Kartenzahlverfahren. Das zeigt die Studie 'Zahlungssysteme im Einzelhandel 2022', die das EHI Retail Institute (EHI) auf seinem Payment-Kongress in Bonn vorstellte.

Insgesamt sei Kartenzahlung in Deutschland eindeutig auf dem Vormarsch, Bargeldzahlungen dagegen seien stark rückläufig. Der Umsatzanteil der Karten sei im stationären Handel von 50,5 Prozent im Jahr 2019 auf 58,8 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Auch bei den Transaktionen hätten die Karten zugelegt – von 26,1 Prozent auf 37,9 Prozent. 

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Kontaktloses Bezahlen ist das „neue Normal“
Das kontaktlose Bezahlen mit Karte und zunehmend auch per Smartphone hat sich inzwischen absolut durchgesetzt. An der Kasse wird niemand mehr schräg angeschaut, der zum Bezahlen sein Smartphone rausholt oder seine Watch an das Terminal hält.

Die Deutsche Kreditwirtschaft weist in ihren 2021er-Statistiken für die kontaktlose Girocard eine Steigerung der Bezahltransaktionen von 61,1 Prozent im Januar auf 72,6 Prozent im Dezember aus. Für die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels zeigt die EHI-Studie sogar noch höhere Girocard-Kontaktlosanteile zwischen 78 Prozent (SB-Warenhäuser) und 87 Prozent (Drogeriemärkte).

Bargeld-Transaktionen brechen ein
Noch im Jahr 2019 entfielen 46,5 Prozent des Einzelhandels-Umsatzes auf Bargeld – bei insgesamt 14,58 Milliarden Einkäufen. Im ersten Corona-Jahr 2020 gingen laut EHI schon rund 2,5 Milliarden Bar-Transaktionen verloren. In 2021 seien es dann insgesamt nur noch 10,11 Milliarden Einkäufe gewesen, bei denen die Verbraucher:innen zu Scheinen und Münzen gegriffen hätten. Der Bar-Umsatzanteil sei im vergangenen Jahr um 2,4 Prozentpunkte auf 38,5 Prozent zurückgegangen.

Durchschnittsbon legt zu
Gestiegen sei dagegen der durchschnittliche Einkaufsbetrag im deutschen Einzelhandel. Der Durchschnitts-Bon lag laut EHI 2021 bei 25,90 Euro (Vorjahr: 23,84 Euro) und hat sich damit innerhalb von zwei Jahren um 16 Prozent erhöht.

Dagegen sei der gesamte stationäre Umsatz 2021 von 435 Milliarden Euro auf 430 Milliarden Euro geschrumpft. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen wären die Verbraucher:innen deutlich seltener einkaufen gegangen, hätten dann aber mehr Geld ausgegeben. Dies habe die Zahl der Einkäufe im Geschäft binnen zwei Jahren von 20 Milliarden auf 16,6 Milliarden schrumpfen lassen.