Kriminalstatistik: Betrug im girocard-System auf gleichbleibend niedrigem Niveau

25.04.2022

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2021 verzeichnet einen Rückgang von Straftaten um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser, der Bayrische Innenminister Joachim Herrmann und der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, stellten am 5. April die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2021 vor. Seit dem Jahr 2017 ist die Zahl der durch die Polizei registrierten Straftaten rückläufig. 2021 wurden rund 5,05 Millionen Straftaten festgestellt. Die Aufklärungsquote liegt bei durchschnittlich 58,7 Prozent und erreichte einen neuen Höchststand.

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© iStock/ welcomia

Um der zunehmenden Digitalisierung, auch im Bereich des Zahlungsverkehrs, gerecht zu werden, wird der Strafenkatalog seit 2016 stets angepasst. Unter anderem wurde die Kategorie „Betrug mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten ohne PIN (Lastschriftverfahren)“ umbenannt in „Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten ohne PIN (Lastschriftverfahren)“. In diesem Bereich gab es 2021 einen minimalen Rückgang an Betrugsfällen um 0,1 Prozent, dies entspricht 97 Fällen weniger als im Vorjahr (insgesamt erfasste Fälle 2021: 64.663).

Rückläufig entwickelte sich die Aufklärungsquote: während sie 2020 noch bei 28,2 Prozent lag (2019: 30, 01 Prozent) konnten 2021 nur 25,1 Prozent der Fälle dieser Kategorie aufgeklärt werden.

Überraschend: Trotz weiterhin sinkender Nutzung der ec-Lastschrift zeigte sich das zweite Jahr in Folge kein Rückgang der Betrugsfälle. So wurden in der Kategorie „Betrug/Computerbetrug mit Debitkarten ohne PIN (ec-Lastschriftverfahren)“ 0,7 Prozent mehr Fälle erfasst als 2020 (Fälle gesamt 2021: 12.331).

Während das girocard-System um rund 8,0 Prozent häufiger als im Vorjahr für Transaktionen genutzt wurde, stieg die Anzahl an Betrugsfällen mit rechtswidrig erlangten Debitkarten mit PIN an Geldautomaten und am POS (girocard-System) lediglich um 1,0 Prozent auf rund 22.200 Fälle. Bei rund 5,9 Milliarden girocard-Transaktionen im Jahr 2021 (Quelle: EKS Girocard Jahreszahlen 2021) ist dies ein Anstieg auf nach wie vor sehr geringem Niveau, welcher die Sicherheit des girocard-Systems erneut bestätigt.

Die PKS für die Bundesrepublik Deutschland wird vom Bundeskriminalamt (BKA) auf der Grundlage der von den 16 Landeskriminalämtern zugelieferten Landesdaten erstellt. Sie ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, dass in ihr die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie endbearbeiteten Straftaten, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche und der vom Zoll bearbeiteten Rauschgiftdelikte, abgebildet werden und eine statistische Erfassung erst bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft erfolgt.