Warteschlangen ade: Bezahlt wird jetzt kassenlos

04.04.2022

Einkaufen, ohne zum Bezahlen anzustehen - kassenlose Supermärkte machen es möglich und sind der neue Trend des stationären Handels. Capterra, eine Plattform für Softwarebewertungen, hat in einer Studie die Meinung der Verbraucher:innen zu kassenlosen Geschäften untersucht. Es zeigt sich: 78 Prozent sind am kassenlosen Einkaufen interessiert.

Von diesen könnten sich 40 Prozent vorstellen, die kassenlosen Geschäfte für (fast) alle Lebensmitteleinkäufe zu nutzen. Besonders Konsument:innen mit einer hohen Affinität zur Technik zeigten Interesse: 96 Prozent der Befragten, die gerne neue Technologien ausprobierten und bei neuen Trends ganz vorne mit dabei seien, würden die neue Form des Einkaufens gerne testen.

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© Capterra 2022

Das Konzept ist in Deutschland jedoch noch nicht weit verbreitet. Capterra zu Folge haben lediglich 5 Prozent der Befragten aus einem städtischen oder vorstädtischen Gebiet bereits tatsächlich in einem Geschäft ohne Kasse eingekauft.

Kassenloser Supermarkt – ein wachsender Trend

Wie Capterra berichtet, testen allerdings immer mehr Einzelhändler:innen Konzepte für kassenlose Geschäfte, um ihren Kund:innen das Einkaufen ohne lästiges Anstehen an der Kasse bald anbieten zu können. Mit Hilfe von Kameras und künstlicher Intelligenz wollten sie das Einkaufserlebnis optimieren.

Beim Einkauf in einem kassenlosen Supermarkt meldeten sich die Kund:innen beispielsweise per App oder QR-Code-Scan an einer Schranke am Eingang an. Kameras und Sensoren registrieren laut Capterra, welche Produkte die Einkaufenden einpacken und welche sie wieder ins Regal zurückstellen. Die Bezahlung der mitgenommenen Waren würde anschließend per App erfolgen. So könnten die Kund:innen nach dem Einkauf einfach aus dem Laden gehen, ohne sich an der Kasse zum Bezahlen anstellen zu müssen.

Die Kund:innen sehen Vorteile, haben aber auch Bedenken

Als wichtigsten Vorteil der neuen Bezahlmethode ohne Ladenkasse hätten 84 Prozent der Befragten die Vermeidung von Warteschlangen genannt. Der zweitwichtigste Vorteil sei für 73 Prozent die Schnelligkeit beim Bezahlen. Und der dritte Hauptvorteil sei (46 Prozent), dass der Kontakt mit anderen Menschen, beispielsweise in Warteschlangen, vermieden werde.

Die Studien-Teilnehmer:innen sehen allerdings nicht nur die Vorteile des Bezahlens ohne Ladenkasse. Knapp jeder zweite Befragte (49 Prozent) habe die Sorge geäußert, dass während des Zugriffs auf die Technologie Daten gehackt werden könnten. Des Weiteren hätten 55 Prozent der Teilnehmenden angegeben, dass sie sich unwohl fühlten, wenn die Geschäfte Gesichtserkennung nutzen würden, um ihre Identität oder ihr Alter zu bestätigen.

Zum Einkaufen in einem kassenlosen Geschäft ist eine App notwendig. Capterra hat die Teilnehmenden der Studie gefragt, wie wohl sie sich fühlen würden, wenn diese App direkt mit dem Bankkonto verbunden wäre. Knapp die Hälfte (49 Prozent) habe angegeben, sich damit unwohl zu fühlen. 45 Prozent fühlten sich wohl damit.

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© Capterra 2022

Diejenigen, die am kassenlosen Einkaufen nicht interessiert seien, hätten als Grund unter anderem genannt, dass sie ihr Smartphone nicht zum Einkaufen in einem Laden nutzen wollten (60 Prozent). 59 Prozent wollten nicht zur Abschaffung von Arbeitsplätzen beitragen und 53 Prozent hätten bemängelt, beim Bezahlen kein Bargeld nutzen zu können.